Strandatlas

Magazin · Momentaufnahme

Mallorca im Juni

Frühsommer auf der ruhigen Ostküste: warmes, langes Licht, das Meer endlich badewarm und die honiggelben Calas noch still — Mallorca, ehe der August kommt.

Magazin·Mallorca im Juni

Im Juni kommt Mallorca in seinen Sommer — und die ruhige Ostküste zeigt ihn von der schönsten Seite. Die Tage sind lang und warm, das Meer hat endlich die Frische des Frühjahrs verloren und ist badewarm, und die honiggelben Calas liegen noch still, ehe der Hochsommer sie füllt. Es ist die Insel im besten Gleichgewicht: voller Sommer, ohne den Andrang des August.

Während der Südwesten um Palma und die großen Buchten früh füllen, bleibt der Osten — die Calas von Santanyí, der Naturpark von Llevant bei Artà, die Klippen von Canyamel — spürbar leiser. Pinien bis ans Wasser, leuchtendes Türkis in den Felsbuchten, das klare Licht des Frühsommers über allem.

Diese Momentaufnahme hält die ruhige Ostküste Mallorcas im Juni fest — und zeigt drei Häuser, von den Klippen über Canyamel über eine Finca am Naturpark von Artà bis in das stille Städtchen Santanyí.

Wenn das Meer warm wird

Mallorca gilt als eine der sonnenreichsten Ecken Spaniens, und im Juni steht der Sommer fest am Himmel: lange, helle Tage, warme Luft, kaum Regen. Vor allem aber wird jetzt das Meer warm. Das Mittelmeer erwärmt sich träge, und während es im Mai noch Mut verlangte, lädt es im Juni endlich zum langen Bad — ein entscheidender Unterschied für alle, die wegen des Wassers kommen.

Und doch ist es noch nicht Hochsaison. Der große Andrang, die Hitze und die vollen Strände gehören dem Juli und August; der Juni ist der Frühsommer davor, wärmer und voller als der Mai, aber ruhiger als der Hochsommer. Wie sich der Frühling auf der Insel anfühlt, beschreibt unsere Momentaufnahme Mallorca im Mai.

Ein ehrliches Wort gehört dazu: Der Juni füllt sich spürbar, und gegen Monatsende rückt die Hochsaison näher — der Südwesten und die berühmten Strände sind dann schon gut besucht. Wer Ruhe sucht, hält sich an den Osten und die kleineren Calas, am besten unter der Woche und früh am Tag. Dort hat der Juni noch die Stille, die der Hochsommer verliert.

Der stille Osten

Mallorcas Osten ist die ruhigere Hälfte der Insel. Wo der Südwesten mondän und voll ist, reihen sich hier kleine Felsbuchten an honiggelben Klippen, von Pinien gesäumt, mit jenem leuchtenden Türkis, für das die Calas berühmt sind. Um Santanyí und Cala d'Or liegen die schönsten von ihnen — im Juni noch oft fast für sich. Findet man eine Bucht zu voll, fährt man einfach zur nächsten; der Osten hat genug davon, und immer ist die übernächste noch ein wenig stiller.

Im Nordosten öffnet sich der Naturpark der Halbinsel von Llevant, ein Stück unverbautes Mallorca aus Macchia, Steineichen und einsamen Stränden, über dem Städtchen Artà. Es ist die wildere Seite der Ostküste, fern von Hotelzeilen, ideal zum Wandern in der noch milden Frühsommerluft. Und um Canyamel fallen bewaldete Klippen ins Meer, mit Höhlen und stillen Buchten dazwischen.

Dazwischen liegen die alten Inseldörfer, die der Tourismus weniger geprägt hat: Santanyí mit seinem honigfarbenen Sandstein, Artà unter seiner Bergkirche, die Märkte und Plätze, auf denen das mallorquinische Leben seinen eigenen, langsamen Takt hat. Der Osten ist Mallorca, wie es ohne den Trubel klingt.

Berge, Buchten und Räder

Mallorca ist mehr als seine Strände, und der frühe Sommer lädt noch dazu ein, die Insel zu erkunden, ehe die größte Hitze kommt. Im Westen steht die Serra de Tramuntana, das von der UNESCO gekrönte Gebirge, mit Steilküsten, Bergdörfern und alten Pfaden; im Osten warten der Naturpark von Llevant und die Wege entlang der Klippen. Im Juni ist das Wandern noch angenehm, das Grün des Frühjahrs noch nicht ganz verbrannt.

Es ist auch eine der großen Radinseln Europas. Die Pässe der Tramuntana, die sanfteren Wege im Inland und an der Ostküste ziehen Rennradfahrer aus aller Welt an; der Frühsommer, vor der Hitze, gehört zu den schönsten Zeiten dafür. Und vom Wasser aus zeigt sich die Küste am eindrucksvollsten — eine Bootstour zu den nur per Boot erreichbaren Calas, das Meer im Juni ruhig und warm.

Über allem steht die mallorquinische Tafel. Im Frühsommer kommen die ersten Aprikosen und Melonen, der Fang des Tages, Tomaten und Olivenöl von der Insel, dazu der einheimische Wein. Man isst spät und draußen, in der lauen Abendluft, auf einem Dorfplatz oder über dem Meer — der Juni schmeckt nach dem Beginn des mallorquinischen Sommers.

Sommer, ehe der Andrang kommt

Der Reiz des Juni liegt in seiner Lage im Jahr. Der Sommer ist da — das warme Meer, die langen Tage, das helle Licht —, aber der große Andrang des Hochsommers noch nicht. Es ist Mallorca in voller Sommerwärme, nur ohne die vollen Strände und die drückende Hitze des August.

Gerade darin liegt sein Wert. Wer baden, wandern, radeln und die Insel in Ruhe erleben will, findet im Juni das beste Gleichgewicht; das Wasser ist warm genug für jeden Sprung, die Calas an der Ostküste noch still, die Preise milder als im Hochsommer. Es ist die Insel in ihrem schönsten Frühsommer.

Der Tausch ist ehrlich: Gegen Monatsende füllt sich die Insel, und der Südwesten ist schon belebt. Wer den ruhigen Osten wählt und die kleineren Buchten ansteuert, bekommt Mallorca in seiner schönsten Frühsommerform — warm, hell und noch still.

Kurz gesagt

Mallorca im Juni heißt an der ruhigen Ostküste: Frühsommer im besten Gleichgewicht — warmes, langes Licht, ein endlich badewarmes Meer und die honiggelben Calas noch still, von Canyamel über den Naturpark von Artà bis Santanyí. Voller Sommer, ohne den Andrang des August.

Wer baden, wandern und die Insel in Ruhe erleben will, reist genau jetzt — am besten im stillen Osten und früh am Tag, ehe sich die Insel zum Hochsommer hin füllt. So oder so ist der Juni Mallorca in seiner schönsten Frühsommerform: warm, hell und noch ruhig.