Strandatlas

Magazin · Momentaufnahme

Malediven im Dezember

Die Trockenzeit setzt sich durch, die See beruhigt sich, der Himmel klart auf — die Malediven im Dezember, wenn verlässliche Sonne und festliche Stimmung über den Lagunen zusammenkommen.

Magazin·Malediven im Dezember

Der Dezember ist auf den Malediven der Monat, in dem sich die Trockenzeit durchsetzt. Was der November noch als Übergang trug — mal Sonne, mal warmer Schauer —, wird jetzt verlässlich: Der trockene Iruvai-Monsun aus Nordost gewinnt die Oberhand, die See beruhigt sich, der Himmel klart auf.

Und zum klarer werdenden Wetter kommt etwas, das kein anderer Monat hat: die festliche Stimmung. Weihnachten und Jahreswechsel über dem Wasser — Feiertage auf der Sandbank, das neue Jahr unter einem Himmel voller Sterne. Für viele sind die Malediven im Dezember das Reiseziel schlechthin.

Diese Momentaufnahme hält die Malediven im Dezember fest, wenn Trockenzeit und Festtage zusammenfallen — und zeigt drei Häuser über den Lagunen, von Süd-Malé über das weite Thaa-Atoll bis ins Baa-Atoll.

Wenn die Trockenzeit ankommt

Die Malediven kennen keine Jahreszeiten, nur zwei Winde. Der Hulhangu bringt von Mai bis in den Herbst den Südwestmonsun mit seinem warmen Regen; der trockene Iruvai weht von Dezember bis April aus Nordost. Der November ist die Wende — der Dezember der Monat, in dem der Iruvai die Oberhand gewinnt.

Man merkt es Woche für Woche: Die Schauer werden seltener, die Sonne verlässlicher, die Luft leichter. Und die See, die im Südwestmonsun aufgewühlt war, legt sich ruhiger — die Lagunen glätten sich, die Bootsfahrten werden gelassener. Es ist noch nicht die spiegelglatte Verlässlichkeit des Januars, aber die Trockenzeit steht. Wie die beiden Winde das Jahr teilen, steht ausführlich in unserem Reisezeit-Artikel für die Malediven.

Warm ist es ohnehin das ganze Jahr: Wasser wie Luft liegen zuverlässig um die achtundzwanzig, dreißig Grad. Der Unterschied zwischen den Monaten liegt nicht in der Temperatur, sondern im Himmel — und im Dezember wird er, Tag um Tag, offener und heller.

Fest über dem Wasser

Der Dezember bringt den Malediven etwas, das kein anderer Monat hat: die Festtage. Kaum ein Ort feiert Weihnachten und Jahreswechsel so wie diese Inseln — das Dinner auf der Sandbank, die Gala-Nacht über der Lagune, das neue Jahr unter einem Himmel voller Sterne, während unten das Wasser das Licht der Fackeln trägt.

Das hat zwei Gesichter. Über die Feiertage — grob ab Mitte Dezember bis in die erste Januarwoche — sind die Malediven auf ihrem Höhepunkt: am festlichsten, am vollsten und am teuersten; die begehrten Wasservillen sind dann seit Monaten vergeben. Die Wochen davor sind das ruhigere Gesicht des Monats: Die Trockenzeit steht schon, das Wetter wird verlässlich, aber der große Ansturm kommt erst noch.

So hat man im Dezember die Wahl — die stille, klarer werdende Frühsaison zu Monatsbeginn, oder das festliche Hochgefühl zum Jahreswechsel. Beides sind die Malediven in ihrem Element, nur in sehr verschiedenen Stimmungen.

Das Wasser wird klar

Mit der ruhiger werdenden See kehrt die Sicht zurück. Das Plankton des Südwestmonsuns setzt sich, die Lagunen werden glasklar, die Hausriffe zeigen wieder ihr volles Leben — Schildkröten, Rochen, ganze Schwärme in allen Farben, oft nur einen Schritt vom Steg entfernt. Der Dezember ist der Auftakt der besten Unterwassermonate, die bis in den April reichen.

Für Taucher und Schnorchler beginnt damit die schönste Zeit. An den westlichen Atollen ziehen weiter Mantarochen an den Putzerstationen vorbei, an manchen Kanälen kreuzen Walhaie; man muss kein Taucher sein, oft genügt eine Maske am Riffsaum. Und über Wasser liegt dieselbe Ruhe: kaum Wind, spiegelnde Lagunen, ein Meer, das abends still wird.

Es ist die maledivische Postkarte, die im Dezember zurückkehrt: Türkis in tausend Abstufungen, ein weißer Sandstrich, ein grüner Punkt — und ringsum nichts als Wasser und Himmel.

Früh oder festlich

Der Reiz des Dezembers liegt in dieser Wahl. Wer die Malediven ruhig, klar und mit dem besseren Wert erleben will, reist in der ersten Monatshälfte: Die Trockenzeit steht bereits, die See beruhigt sich, doch die Preise haben ihren Feiertags-Gipfel noch nicht erreicht.

Wer dagegen das Fest sucht, kommt zu Weihnachten und Neujahr — und plant früh. Über die Feiertage sind die schönsten Häuser seit Monaten ausgebucht und auf ihrem Preis-Höhepunkt; wer diese Wochen ins Auge fasst, braucht Vorlauf. Dafür bekommt man den Jahreswechsel, wie ihn kaum ein anderer Ort bietet.

So verlässlich die Trockenzeit auch wird — die Tropen bleiben die Tropen. Auch im Dezember kann ein kurzer Schauer durchziehen; meist ist er so rasch vorüber, wie er gekommen ist, und hat mit dem anhaltenden Regen des Südwestmonsuns nichts mehr zu tun.

Kurz gesagt

Malediven im Dezember heißt: die Trockenzeit setzt sich durch — verlässlichere Sonne, ruhiger werdende See, klarer werdendes Wasser — und dazu die festliche Stimmung über dem Wasser, Weihnachten und Jahreswechsel unter Palmen.

Wer die stille, klare Frühsaison mit dem besseren Wert sucht, reist Anfang Dezember; wer das Fest will, kommt zum Jahreswechsel und bucht früh. So oder so öffnet der Dezember die schönste Zeit der Inseln — glasklar, warm und ganz bei sich.