Strandatlas

Magazin · Momentaufnahme

Türkei im Oktober

Der frühe Herbst an der türkischen Küste: das wärmste Meer des Jahres, milde lange Abende und Buchten, die wieder den Booten gehören — die stillste, klarste Zeit.

Magazin·Türkei im Oktober

Wer die türkische Küste am liebsten mag, kommt im Oktober. Der frühe Herbst trägt das wärmste Meer des ganzen Jahres — Monate Sonne stecken im Wasser —, während die drückende Hitze des Hochsommers gebrochen ist und der August-Andrang längst abgereist. Über den Buchten liegt dann eine Ruhe, die im Sommer undenkbar wäre.

Die Tage sind mild und klar, die Abende lang und lau, und die berühmten Buchten der lykischen Küste gehören wieder den Booten und den wenigen, die geblieben sind. Es ist die stillste, schönste Zeit dieser Küste — der lange, warme Ausklang der Saison.

Diese Momentaufnahme hält die türkische Küste im Oktober fest — und zeigt drei Häuser, von einer nur per Boot erreichbaren Bucht bei Göcek über die Blaue Lagune von Ölüdeniz bis an eine stille Bucht bei Bodrum.

Das wärmste Meer des Jahres

Das Mittelmeer erwärmt sich langsam und kühlt langsam — und so ist die See an der türkischen Küste im frühen Herbst am wärmsten, nicht im Hochsommer. Der Oktober trägt die ganze gespeicherte Sommerwärme; das Wasser ist weich und warm, und das Baden hat nichts von der Hektik der heißen Monate. Wer vor allem schwimmen will, reist jetzt.

Dazu kommt die Ruhe. Die größte Hitze ist vorbei, der Andrang abgereist, die Preise sinken, und über den Buchten liegt eine Stille, die der Hochsommer nicht kennt. Wie sich die Küste über die Monate verteilt, steht ausführlich in unserem Reisezeit-Artikel für die Türkei; das heiße Gegenstück beschreibt unsere Momentaufnahme Türkei im August.

Ein ehrliches Wort gehört dazu: Der Oktober ist ein Übergangsmonat. Die ersten Wochen sind oft noch hochsommerlich warm; gegen Ende werden die Abende kühler, und einzelne saisonale Häuser und Boote fahren ihre Saison zurück. Wer das wärmste Meer und die langen, milden Tage will, zielt auf die frühen bis mittleren Wochen — und packt für die Abende eine dünne Lage ein.

Bootsland, wenn es still wird

Die lykische Küste — von Göcek über Ölüdeniz bis Kalkan — ist eine Welt aus geschützten Buchten, pinienbestandenen Hügeln und tiefem Türkis. Im Oktober, wenn der Sommertrubel fort ist, zeigt sie sich von ihrer schönsten Seite: Die Boote haben das Wasser fast für sich, die Ankerplätze liegen still, und eine „Blaue Reise" auf einer Gulet von Bucht zu Bucht wird zur reinen Ruhe.

Vor Göcek liegen die Zwölf Inseln, ein Labyrinth aus Buchten und Wäldern, das im frühen Herbst kaum jemand mit einem anderen teilt. Weiter östlich öffnet sich über Ölüdeniz die berühmte Blaue Lagune, und die Steilküste bei Kalkan fällt senkrecht ins Meer. Es ist eine Küste, die man am besten vom Wasser aus erlebt — und der Oktober gibt ihr die Stille dazu.

Weiter westlich, an der karischen Ägäis um Bodrum, hat der Herbst einen anderen Reiz. Der Meltem, der die Sommer-Nachmittage kühlte, lässt nach; die mondäne Stadt wird ruhiger, die Buchten leerer, und über allem liegt das klare, weiche Licht des frühen Herbstes. Zwei Küsten, ein Monat — und beide so still wie sonst nie.

Mehr als das Meer

Der Oktober lädt nicht nur ins Wasser, sondern auch an Land — und der frühe Herbst ist die angenehmste Zeit dafür. Die Hitze, die im Hochsommer jeden Weg zur Mühe machte, ist gebrochen; die antiken Stätten, die Bergdörfer hinter der Küste und Teile des Lykischen Weges, jenes berühmten Fernwanderwegs über den Klippen, lassen sich jetzt in Ruhe begehen.

Auch die Tafel trägt den Herbst. Die türkische Küche ist im Spätsommer in ihrem Element: ein langes Frühstück mit Oliven, Käse und Tomaten, abends Meze in kleinen Schalen, frischer Fisch vom Grill, dazu die letzte Ernte aus den Gärten. Man isst draußen, in der lauen Abendluft — und im Oktober reicht dafür eine leichte Jacke.

Über allem liegt das Licht des frühen Herbstes: weicher und goldener als die harte Sommersonne, mit Zikaden, die langsam verstummen, und einer Luft nach Harz, Salz und reifen Feigen. Es ist die Stimmung, für die viele genau in diesen Wochen wiederkommen — wenn die Küste leiser wird und das Meer am wärmsten ist.

Der lange, warme Ausklang

Der Reiz des Oktober liegt im Nachklang. Alles, was die türkische Küste im Sommer schön macht, ist noch da — das warme Meer, die langen Abende, das tiefe Türkis —, nur ohne die Hitze und das Gedränge. Es ist die Küste, nachdem der Trubel gegangen ist, in ihrer ruhigsten und vielleicht schönsten Form.

Gerade darin liegt ihr Versprechen. Die berühmten Buchten zeigen sich ohne Andrang, das Wasser ist auf seinem wärmsten Stand, die Häuser und Boote haben wieder Zeit. Wer die türkische Küste in voller Wärme, aber in Ruhe erleben will, findet im Oktober sein Fenster.

Der Tausch ist ehrlich: Es ist ein Übergangsmonat, dessen Abende kühler werden und dessen Ende schon den Herbst streift. Wer die früheren Wochen wählt und für die Abende eine Lage einpackt, bekommt die türkische Küste in ihrer stillsten, wärmsten Stunde — golden, leer und herrlich entspannt.

Kurz gesagt

Die Türkei im Oktober heißt: der frühe Herbst an der lykischen Küste und der Ägäis — das wärmste Meer des Jahres, milde lange Abende und Buchten, die wieder den Booten gehören. Es ist die stillste, klarste Zeit dieser Küste, nachdem der Hochsommer-Andrang abgereist ist.

Wer schwimmen, segeln und die berühmten Buchten ohne Gedränge erleben will, reist genau jetzt — in den früheren Wochen für die meiste Wärme, mit einer dünnen Lage für die Abende. So oder so ist der Oktober der lange, warme Ausklang der türkischen Saison: still, golden und am Wasser am schönsten.