Motu Tautau · Taha'a · Französisch-Polynesien
Le Taha'a by Pearl Resorts
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Auf einem eigenen Motu, mit Korallengarten vor dem Strand — dieselbe Abgeschiedenheit, dreitausend Kilometer weiter östlich.
Tokoriki · Mamanuca-Inseln · Fidschi
Sechsunddreißig freistehende Bures am Strand der nördlichsten Mamanuca-Insel, höchstens zweiundsiebzig Gäste, keine Kinder, kein Fernseher — und ein Riff, das dort beginnt, wo der Sand aufhört.
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Es gibt zwei Arten, hier anzukommen, und sie erzählen zwei verschiedene Geschichten. Die eine dauert fünfzehn Minuten: ein Wasserflugzeug ab Nadi, das über einer Kette grüner Kegel im Türkis absinkt. Die andere dauert eine gute Stunde, führt vom Fährhafen Denarau mit dem Katamaran an einer Insel nach der anderen vorbei — und man begreift dabei, wie weit dieser Ort tatsächlich draußen liegt: fünfunddreißig Kilometer vor der Westküste, am Nordende der Mamanucas, dort, wo die Gruppe endet und der offene Pazifik beginnt.
Was einen empfängt, ist kein Tresen. Es ist ein Bula, gesungen von mehreren Stimmen gleichzeitig, ein Kranz, ein kaltes Tuch. Das klingt nach Folklore, und man ist darauf gefasst, es peinlich zu finden. Man findet es nicht peinlich. Es ist eine der wenigen Begrüßungen, die nicht wie eine Dienstleistung wirken.
Der Strand liegt hinter der Rezeption, und er liegt nach Westen. Das ist keine Nebensache, sondern der Grund, warum die Bures so stehen, wie sie stehen: Jede von ihnen hat einen Platz in der ersten Reihe, wenn abends die Sonne ins Wasser geht. Es gibt Häuser, die einen Sonnenuntergang haben. Dieses ist um ihn herum gebaut.
Und dann fällt auf, was fehlt. Kein Kinderlachen vom Pool. Kein Fernseher in der Bure. Kein Telefon. Gäste unter sechzehn werden hier nicht aufgenommen, und in den Zimmern gibt es bewusst nichts, was blinkt. Man merkt es nicht sofort — man merkt es am zweiten Tag, wenn man das Handy sucht und nicht mehr weiß, wo man es zuletzt hingelegt hat.
Zweiundsiebzig Gäste, mehr sind es nie. Am zweiten Morgen kennt die Frau am Frühstück Ihren Namen, und das ist nicht antrainiert, sondern eine Frage der Arithmetik: Bei zweiundsiebzig Menschen kann man sich Namen merken.
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Tokoriki ist die nördlichste Insel der Mamanuca-Gruppe, jener Kette vor Nadi, die Fidschi berühmt gemacht hat. Weiter draußen wird das Wasser tiefer und die Inseln seltener; Tokoriki ist der letzte Punkt, bevor der Pazifik übernimmt. Das Riff beginnt unmittelbar am Strand — man schnorchelt hier nicht von einem Boot aus, sondern von seinem Handtuch.
Eines sollte man wissen, und es steht in keinem Prospekt: Die Insel gehört diesem Haus nicht allein. Am anderen Ende liegt ein zweites, deutlich größeres Resort einer internationalen Kette, mit Kinderclub und Buffetabenden. Man sieht es vom Strand aus nicht, und man hört es nicht. Aber wer eine Privatinsel erwartet, erwartet das Falsche. Was Tokoriki hat, ist ein eigener Abschnitt Küste, ein eigenes Riff und eine Ruhe, die von der Zahl seiner Gäste kommt, nicht von der Zahl seiner Nachbarn.
Der Ton des Hauses ist unangestrengt. Es nennt sich selbst „relaxed luxury“, und ausnahmsweise trifft eine Marketingformel den Kern: Die Gärten sind bis in den letzten Winkel gepflegt, die Bures haben alles, was man braucht — aber niemand tut hier so, als wäre Barfußgehen ein Konzept. Abends sammelt man sich an der Bar, und es kommt vor, dass Tische zusammengeschoben werden. Wer vollkommene Einsamkeit sucht, sollte das wissen: Dieses Haus ist still, aber nicht menschenscheu.
Und noch eine Wahrheit, weil sie zum Strand gehört: Je nach Jahreszeit und Strömung liegt Seegras am Ufer. Das ist der Preis eines lebendigen Riffs, keine Nachlässigkeit — aber wer einen makellos geharkten Sandstreifen erwartet, wird ihn nicht an jedem Tag vorfinden.
Sechsunddreißig Bures, und keine steht in einer Reihe. Sie liegen zwischen Palmen und Hibiskus verstreut, jede mit ihrem Stück Garten, keine mit einem Nachbarn über sich. Von außen sind es Häuser mit Reetdach, wie sie hier immer gebaut wurden. Innen ist es kühl, hell und aufgeräumt: helles Holz, Rattan, Leinen, ein Boden, der unter nassen Füßen angenehm kühl bleibt.
Man wohnt hier halb draußen. Die Türen falten sich zur Seite und geben die Terrasse frei, davor liegt die Hängematte, dahinter der Sand. Geduscht wird unter freiem Himmel, in einem Gartenwinkel hinter dem Bad — warmes Wasser, Blätter über einem, das Salz des Vormittags läuft ab. Die meisten Bures haben ein kleines Becken vor der Terrasse, gerade groß genug, dass man sich hineinfallen lässt statt hineinzusteigen. Bei den Villen wird alles etwas weiter, das Deck breiter, das Becken läuft an der Kante in den Horizont.
Was nicht da ist, prägt den Raum mehr als das, was da ist: kein Fernseher, kein Telefon, kein Netz. Abends brennt Licht, draußen rauscht das Riff, und irgendwann merkt man, dass man seit Stunden nichts gehört hat außer Wasser. Man kann das als Mangel lesen. Nach drei Tagen liest man es anders.
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Der Tag beginnt hier fast immer im Wasser. Einmal täglich fährt ein Boot kostenlos zum Hausriff hinaus, aber man braucht es nicht: Vor dem Strand liegen Korallengärten, und man muss nur ein paar Schritte hineingehen, bis der Boden abfällt und es unter einem farbig wird. Kajaks, Paddelbretter und Hobie Cats stehen bereit und kosten nichts.
Die Tauchbasis ist ein PADI-Fünfsterne-Betrieb und gehört zum Haus, nicht zu einem Fremdanbieter. Bemerkenswerter ist, was sie nebenbei tut: Seit dem Jahr 2000 siedelt Tokoriki gemeinsam mit dem fidschianischen Fischereiministerium Riesenmuscheln am Riff wieder an. Man kann darüber hinwegschnorcheln, ohne es zu wissen — oder man weiß es, und der Riffbesuch bekommt einen anderen Ton.
An Land gibt es einen Wanderpfad über den Hügel, Tennis, einen Spa oberhalb des Strandes und zwei Pools, von denen einer mit der Kante in den Horizont läuft. Zweimal in der Woche wird Kava getrunken, mittwochs tanzt die Meke-Truppe des Hauses. Und wer mag, wird auf einer unbewohnten Nachbarinsel abgesetzt, mit einem Picknickkorb und der Abmachung, in einigen Stunden wiederzukommen.
Die eigentliche Kunst dieses Hauses aber besteht darin, dass nichts davon nötig ist. Man kann sechs Tage lang zwischen Bure, Liege und Wasser pendeln, und niemand wird versuchen, einen zu animieren.
Das Hauptrestaurant liegt zum Meer hin offen und kocht südpazifisch mit asiatischem Einschlag, aus lokalen Produkten — die Karte wird täglich neu geschrieben, was bei einer Woche Aufenthalt der entscheidende Unterschied ist. Dazu kommt Oishii, ein kleines Teppanyaki-Restaurant, an dem am Tisch gekocht wird. Es hat wenige Plätze und ist regelmäßig ausgebucht; wer hin will, reserviert am Anreisetag.
Gedeckt wird auch dort, wo kein Restaurant ist: unter Palmen am Mittag, auf dem eigenen Deck unter Sternen am Abend. Mittwochs wird fidschianisch gekocht, im Erdofen, nach alter Art.
Es ist keine Küche, die Preise gewinnen will. Sie ist verlässlich gut, sie wiederholt sich nicht, und sie versteht, dass ein Fisch, der am Morgen aus dem Wasser kam, wenig braucht.
Tokoriki Island Resort ist für Paare gemacht, und es macht daraus kein Geheimnis. Wer zu zweit anreist, wer Ruhe will, ohne auf Service zu verzichten, und wer ein Riff vor dem Sand einem Infinity-Pool über dem Nichts vorzieht, findet hier ein Haus, das sein Versprechen mit auffallender Gleichmäßigkeit einhält.
Man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Kinder unter sechzehn werden nicht aufgenommen. Die Insel gehört dem Haus nicht allein. Am Ufer liegt manchmal Seegras. Und in der Bure gibt es kein Netz — wer arbeiten muss, muss dafür aufstehen.
Wer damit umgehen kann, bekommt etwas, das im Südpazifik seltener ist, als die Hochglanzbilder vermuten lassen: sechsunddreißig freistehende Bures statt einer Reihe von Stegbungalows, ein Team, das nach zwei Tagen Namen kennt, und einen Strand, der nach Westen liegt.
Direkt beim Haus ansehen — oder gleich als Reise planen.
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