Tokoriki · Mamanuca-Inseln · Fidschi
Tokoriki Island Resort
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Auf Fidschis trockener Westseite, ohne Kinder — im Mai fällt die Schwüle ab, und der Passat setzt ein.
Magazin · Momentaufnahme
Der Monat, in dem die Schwüle geht und der Andrang noch nicht da ist: trockene Luft, ruhige See — und Inseln, auf denen man sich umschaut und niemanden sieht.
Magazin·Südpazifik im Mai
Im Mai kippt etwas. Der April hat die letzten Güsse der Regenzeit gebracht, die Luft war schwer, das Meer trüb vom Abfluss der Insel. Und dann, meist in den ersten Maiwochen, setzt der Südostpassat ein — und mit ihm eine Trockenheit, die man körperlich spürt. Die Schwüle fällt ab. Man schläft wieder ohne Anlage.
Es ist der Beginn des australen Winters, und dieses Wort führt in die Irre. Es bedeutet hier Tage um die achtundzwanzig Grad, Nächte, in denen man auf der Veranda eine leichte Jacke braucht, und einen Himmel, der tagelang offen bleibt. Was in Europa Sommer heißt, heißt hier Trockenzeit — und es ist dieselbe Sache.
Das Wasser hat noch die Wärme des Sommers gespeichert. Es steht bei achtundzwanzig, neunundzwanzig Grad, und die Sicht unter der Oberfläche wird von Woche zu Woche besser, weil kein Regen mehr Schwebstoff einträgt.
Es gibt einen Grund, warum wir im Reisezeit-Artikel geschrieben haben: Wenn wir für uns selbst buchen würden, würden wir hier buchen. Er hat nichts mit dem Wetter zu tun, sondern mit den Schulferien Australiens und Neuseelands.
Von dort kommt der größte Teil der Gäste im Südpazifik, und dort beginnen die Winterferien erst im Juni. Der Mai liegt also im Trockenen — aber vor dem Andrang. Die Häuser sind ruhiger, die Preise liegen unter denen der Hochsaison, und die Lagunenfahrten fahren, ohne dass man sich anstellen muss.
Auf Aitutaki bedeutet das: Man teilt eine der schönsten Lagunen der Welt mit erstaunlich wenigen Menschen. In Le Taha'a bedeutet es, dass der berühmte Korallengarten — der im Hochsommer täglich von Ausflugsbooten angefahren wird — noch weitgehend einem selbst gehört. Und auf Fidschi bedeutet es, dass sich die Bures über zwei Kilometer Küste verteilen und man beim Frühstück Namen hört statt Nummern.
Der Mai ist kein Kompromiss. Er ist die bessere Version des Juli, ohne dessen Preis.
Ehrlichkeit gehört dazu. Zwei Dinge fehlen dem Mai.
Die Buckelwale sind noch nicht da. Sie ziehen zwischen Juli und Oktober durch diese Gewässer, auf ihrem Weg in die antarktischen Futtergründe. Wer sie sehen will, muss später kommen.
Und die Mantarochen vor Tikehau sind im Mai unzuverlässiger. Ihre Versammlungen an der alten Perlenfarm häufen sich zwischen Juni und Oktober; im Mai kann man Glück haben, aber man sollte nicht darauf bauen.
Dafür bekommt man etwas, das im Juli nicht zu kaufen ist: Leere.
Der Mai kommt nicht überall gleichzeitig an. In Französisch-Polynesien beginnt die Trockenzeit früher, meist schon im April — dort ist der Mai bereits gefestigt, die Luft klar, die Lagunen ruhig. Auf Fidschi dagegen hängt oft noch Restfeuchte in den Bergen, und in den ersten Maiwochen kann ein Nachmittag noch grau werden, bevor der Passat übernimmt.
Die Cookinseln liegen dazwischen und sind vielleicht die verlässlichste Wahl dieses Monats: Auf Aitutaki fällt im Mai kaum Regen, die Lagune liegt still, und weil das Ziel ohnehin kaum jemand auf dem Zettel hat, ist es dann fast leer.
Für die Planung heißt das: Wer im Mai reist und auf Nummer sicher gehen will, plant Polynesien und die Cookinseln fest ein und Fidschi eher in die zweite Monatshälfte. Wer drei Wochen hat, macht es genau in dieser Reihenfolge — und reist dem Passat hinterher.
Es gibt einen Nebeneffekt der gerade beendeten Regenzeit, den niemand bewirbt und den man erst sieht, wenn man da ist: Die Inseln sind grün. Sattgrün, in einer Weise, die sie im September, nach fünf trockenen Monaten, nicht mehr sind. Auf den hohen Inseln stürzen die Wasserfälle noch, die Hänge stehen im Laub. Auf Taha'a hängen die Vanilleschoten grün an den Lianen und reifen ihrer Ernte entgegen, die im Juni beginnt — bestäubt wird erst ab Juli, wenn die Blüte kommt. Wer im Mai eine Plantage besucht, sieht also nicht die berühmte Handarbeit, sondern das, was aus ihr geworden ist: lange grüne Schoten im Halbschatten, daneben die Bündel des Vorjahrs, die in der Sonne liegen und dabei drei Viertel ihres Wassers verlieren, bis sie schokoladenbraun sind.
Auch unter Wasser verändert sich etwas. Die Sicht ist noch nicht auf dem Höhepunkt des Septembers, aber sie ist bereits gut — und die Riffe stehen nach den nährstoffreichen Monaten in voller Aktivität. Auf dem Hausriff von Tokoriki, auf dem Korallengarten vor Taha'a, an den Riffkanten von Aitutaki: überall bewegt sich mehr, als man erwartet.
Der Mai ist damit ein Zwischenzustand, aber kein halber. Er hat das Grün der Regenzeit und die Luft der Trockenzeit, und er hat beides nur wenige Wochen lang.
Es gibt einen Beleg dafür, dass der Mai der richtige Monat ist, und er ist ungefähr dreitausend Jahre alt.
Um den zwanzigsten Mai sinkt das Sternbild der Plejaden bei Sonnenuntergang unter den Horizont und verschwindet aus dem polynesischen Nachthimmel. Die Tahitianer nennen es Matari'i i raro — die Plejaden unten. Es ist einer der beiden Fixpunkte ihres überlieferten Kalenders, und er markiert genau das, was auch der Wetterbericht sagt: das Ende der Regenzeit und den Beginn der kühlen, trockenen Monate.
Das Gegenstück, Matari'i i ni'a, fällt auf den zwanzigsten November — den Aufgang der Plejaden und den Beginn der Regen, der Fülle, der Ernte. Zwischen beiden liegt das, was die Polynesier tau 'o'e nannten: die magere Zeit. Sechs Monate, in denen das Land weniger hergab und man mit dem auskam, was man hatte.
Man muss diesen Kalender nicht romantisieren. Er war keine Poesie, sondern Überlebenswissen: Auf einer Insel, die vom Meer abgeschnitten war, entschied die Kenntnis der Jahreszeit über die Ernte. Aber es ist bemerkenswert, dass eine Kultur ohne Barometer den Übergang auf den Tag genau datiert hat — und dass unsere Empfehlung, im Mai zu reisen, im Grunde nur wiederholt, was hier seit Jahrhunderten bekannt ist.
In den letzten Jahren wird Matari'i in Polynesien wieder öffentlich begangen, mit Trommeln, Gesang und Zeremonien. Es ist keine Veranstaltung für Besucher, sondern eine Rückeroberung. Wer in diesen Wochen dort ist, kann dazustoßen — man wird nicht weggeschickt.
Fidschi begeht Mitte Mai einen Feiertag, den es erst seit Kurzem gibt und der viel über das Land erklärt: den Girmit Day, am Montag um den vierzehnten Mai herum.
Er erinnert an die Ankunft der ersten indischen Vertragsarbeiter im Jahr 1879. Das Wort Girmit ist die indische Aussprache des englischen agreement — jenes Vertrags, mit dem die britische Kolonialverwaltung Zehntausende Menschen auf die Zuckerrohrfelder holte. Nach fünf Jahren waren sie frei, aber eine Rückfahrt bekam kaum jemand. Also blieben sie.
Heute stellen ihre Nachfahren einen großen Teil der Bevölkerung, und ihre Küche hat das Land verändert. Wer sich auf Fidschi fragt, warum es zum gegrillten Fisch Roti gibt und warum das Curry hier so gut ist wie in Delhi, hat die Antwort in dieser Geschichte.
Der Feiertag selbst berührt die Inselhäuser wenig — die Mamanucas liegen weit vom Zuckerrohr. Aber wer über Nadi anreist und einen Tag Zeit hat, sieht ein anderes Fidschi als das der Bilder.
Zwei Dinge, an die man bei diesem Ozean nicht denkt.
Erstens: eine leichte Jacke. Der australe Winter beginnt, und auf den Cookinseln fallen die Nächte deutlich ab. Auf der Veranda eines Bungalows, mit Wind vom Riff, ist das kühler, als es klingt — mehrere Gäste erwähnen es in ihren Bewertungen, und sie erwähnen es, weil sie nichts dabeihatten.
Zweitens: Mückenschutz. Die Regenzeit ist gerade vorbei, in den Senken steht noch Wasser, und die Mücken sind im Mai deutlich aktiver als im September. Auf Aitutaki ist das kein Nebenthema — die Villen von Etu Moana haben Netze an Türen und Fenstern, und man sollte sie benutzen.
Alles Übrige bleibt, wie man es sich vorstellt: Das Wasser hat achtundzwanzig Grad, die Sonne steht steil, und ein langärmeliges Hemd schützt beim Schnorcheln besser als jede Creme — und schützt zugleich das Riff, weil dann kein Sonnenschutzmittel ins Wasser geht.
Der Mai ist der Monat, in dem der Südpazifik trocken wird, aber noch nicht voll. Die Regenzeit ist vorbei, der Passat weht, die See liegt ruhig — und die australischen Winterferien beginnen erst im Juni.
Wer keine Wale und keine garantierten Mantarochen braucht, findet in diesen Wochen das beste Verhältnis aus Wetter, Ruhe und Preis, das dieser Ozean zu bieten hat. Und eine Lagune, in der man sich umschaut und niemanden sieht.