Strandatlas
Platzhalter — die Bucht von Malolo

Malolo · Mamanuca-Inseln · Fidschi

Six Senses Fiji

Vierundzwanzig Poolvillen in einer Bucht der Mamanucas — ein Haus, das seinen Strom aus der Sonne zieht, sein Trinkwasser aus dem Meer macht und zwischen den Villen einen Wald für Leguane freihält, die es fast nicht mehr gibt.

€€€€€€

Ankommen

Vom Fährhafen Denarau sind es etwa fünfunddreißig Minuten mit dem Schnellboot, an flachen Sandbänken vorbei, die aus dem Türkis auftauchen wie Rücken großer Tiere. Wer mag, nimmt den Hubschrauber und ist in zehn Minuten da. Beides endet an derselben Bucht auf Malolo, der größten Insel der Mamanucas.

Es gibt keinen Empfangstresen. Man wird an der Anlegestelle abgeholt, bekommt jemanden an die Seite gestellt, der einen die ganze Woche begleitet, und fährt mit einem Wagen ohne Motorgeräusch in die Gärten hinein. Die Schlüsselkarte ist aus Holz. Das klingt nach einer Marotte, bis man begreift, dass hier ungefähr alles einen Grund hat.

Dann steht man in der Villa: hohe Decke unter Reet, dunkles Regenbaumholz, Leinen, an der Wand Schwarzweißfotografien von fidschianischen Dorfbewohnern und Kriegern, die aussehen, als hätten sie diesen Raum vor hundert Jahren betreten. Draußen ein Becken, dahinter Sand.

Und dann fällt einem auf, was man nicht hört. Auf einer Insel, weit vor der Küste, sollte irgendwo ein Dieselgenerator brummen — so klingen tropische Resorts, überall, den ganzen Tag. Hier brummt nichts. Der Strom kommt aus der Sonne und liegt in Batterien, die man nicht sieht. Es ist eine der stillsten Inselanlagen, auf denen man stehen kann, und die Stille hat einen technischen Grund.

Anzeige · Affiliate-Link

Platzhalter — Solaranlage über der Bucht
Der Strom kommt aus der Sonne und liegt in Tesla-Batterien: eine der größten netzunabhängigen Anlagen der südlichen Halbkugel — und der Grund, warum hier kein Generator brummt.
Lage, Umgebung & Atmosphäre

Ein Haus, das sich selbst versorgt

Six Senses liegt in einer eigenen Bucht an der Westseite von Malolo, mit einem langen, goldenen Strand, der nach Westen zeigt. Die Insel gehört dem Haus nicht allein — es gibt weitere Anlagen und, wichtiger, ein Dorf: Solevu, mit dem das Haus in einer Weise verbunden ist, die selten in Prospekten steht. Es hat der Gemeinde Wassertanks für die Regenzeit gestellt und eine Brücke gebaut, über die täglich Hunderte gehen, darunter zweihundert Grundschulkinder.

Das ist der Ton dieses Hauses. Es ist zu hundert Prozent solar betrieben — eine der größten netzunabhängigen Anlagen der südlichen Halbkugel, mit Tesla-Batterien als Speicher. Es entsalzt sein Trinkwasser selbst und füllt es in Glas ab; Plastikflaschen gibt es hier nicht. Auf dem Gelände stehen ein Gemüsegarten, Bienenstöcke und ein Hühnerhof, den jemand mit trockenem Humor Cluckingham Palace getauft hat.

Zwischen den Villen und dem Spa liegt ein Stück Wald, das nicht angetastet wird. Dort leben neununddreißig fidschianische Kammleguane — eine Art, von der es weltweit weniger als fünftausend gibt. Bei der Eröffnung waren es siebzehn. Sie vermehren sich. Man geht auf einem Holzsteg hindurch und sieht sie manchmal, und dann versteht man, warum das Haus diesen Wald nicht bebaut hat.

Zwei Dinge gehören zur Wahrheit. Erstens: Der Strand vor den Villen ist zum Teil aufgeschüttet worden. Das ist an tropischen Küsten längst Normalität — deutsche Nordseeinseln spülen seit über fünfzig Jahren Sand vor — aber man sollte es wissen, statt es zu bemerken. Zweitens: Die Villen stehen näher beieinander, als es die Bilder vermuten lassen. Dichtes Grün steht dazwischen, und es funktioniert. Wer aber die Abgeschiedenheit einer freistehenden Bure sucht, findet sie ein paar Inseln weiter.

Und Six Senses ist kein Haus ohne Kinder. Es gibt einen Kinderclub, es gibt Kinderbetreuung, und in den Residenzen wohnen Familien. Es ist trotzdem ruhig — aber es ist eine andere Ruhe als die eines Adults-Only-Hauses. Wer das eine sucht, sollte nicht das andere buchen.

Wohnen

Regenbaum, Leinen, ein Bad unter freiem Himmel

Vierundzwanzig Villen, jede mit eigenem Becken, verteilt zwischen Frangipani und Palmen. Ein Teil steht am Strand, mit einem eigenen Pfad hinunter zum Sand, zwei Stühlen darauf und einem Tagesbett im Rücken. Die anderen liegen zurückgesetzt im Grün, stiller, weniger gesehen.

Innen ist die Handschrift klar: Regenbaumholz, geflochtene Flächen, Leinen in Sandtönen, Wände aus Glas, die man zur Seite schiebt, bis das Draußen einfach hereinkommt. Über allem die steile Decke eines fidschianischen Bure. Nichts glänzt, alles ist zum Anfassen gemacht.

Das Bad ist der Ort, an dem dieses Haus sich selbst erklärt. Es öffnet sich nach hinten in einen Gartenwinkel, dort steht eine eiförmige Wanne unter freiem Himmel, daneben eine Regendusche. Das Wasser, in dem man liegt, wurde aus dem Meer gewonnen, das man vom Bett aus sieht. Was hinausläuft, wird geklärt und kommt in den Garten zurück.

Auf einem Regal über der Kaffeemaschine steht ein Glas mit Keksen. Sie sind glutenfrei, sie werden in einer eigenen Küche gebacken, und sie sind, unabhängig von jeder Haltung, außergewöhnlich gut.

Platzhalter — Poolvilla mit Bad unter freiem Himmel
Platzhalter — Kammleguan im Reservat zwischen den Villen

Anzeige · Affiliate-Link

Tagesrhythmus

Zwischen Riff, Welle und Werkstatt

Vor der Bucht liegt ein Hausriff, das der Zyklon Winston 2016 zerschlagen hat. Das Haus baut es seither wieder auf, mit eigenen Leuten, die dafür ausgebildet wurden — und Gäste dürfen mit hinaus und Korallen setzen. Wer geschnorchelt hat und weiß, was ein totes Riff ist, versteht, was hier gerade passiert.

Zwanzig Bootsminuten entfernt liegt etwas ganz anderes: Cloudbreak. Einer der berühmtesten Wellenbrecher der Welt, dazu Namotu Left, Wilkes, Restaurants — Fidschi ist ein Surfrevier ersten Ranges, und dieses Haus ist die einzige Adresse dieser Sammlung, von der aus man morgens hinausfährt und mittags mit Salz in den Haaren zum Essen kommt. Anfänger üben in der geschützten Lagune davor.

An Land gibt es einen Ort, den es sonst nirgends gibt: das Earth Lab. Eine Werkstatt, in der aus Abfall etwas wird — Öle, Seifen, Bienenwachs, Untersetzer aus dem Holz eingeschleppter Bäume, die man ohnehin fällen muss. Es klingt nach Beschäftigungstherapie und ist in Wahrheit die konsequenteste Umsetzung dessen, was das ganze Haus behauptet.

Dazu das Übliche, das hier nicht üblich ist: Yoga in einem Pavillon zwischen Baumkronen, ein Spa mit heißen und eiskalten Becken und einer Alchemistenbar, an der man sich seine Tinktur selbst rührt, ein Fitnessraum, der rund um die Uhr offensteht. Abends läuft ein Film unter freiem Himmel, und der Projektor läuft mit Sonnenstrom vom Vortag.

Und donnerstags tanzt die Meke-Truppe. Das ist der Abend, an dem Fidschi im Haus ist und nicht nur davor.

Platzhalter — Korallenaufzucht am Hausriff
Der Zyklon Winston zerschlug 2016 das Hausriff. Seither baut das Haus es wieder auf — mit eigenen Leuten, und Gäste dürfen mit hinaus.
Kulinarik

Vier Adressen und ein Garten dahinter

Das Hauptrestaurant liegt erhöht mit Blick über die Bucht und kocht fidschianisch, mit einer Karte, die dem Fang und der Ernte folgt. Am Wasser liegt das zweite, moderner, pazifisch-asiatisch, mit einer Terrasse, auf der abends etwas los ist. Dazu eine Pizzeria unter freiem Himmel, deren Kräuter aus dem Beet daneben kommen — man sieht sie, während man wartet.

Der vierte Ort ist ein Delikatessenladen: Käse, Brot, Wein, etwas für den Weg zum Strand. Und daneben eine Eisdiele, deren Eis den Gästen nichts kostet. Passionsfrucht mit Basilikum, Kiwi — man geht öfter hin, als man zugibt.

Was hinter allem steht, ist ein Garten, ein Hühnerhof und ein Bienenstand. Es ist keine Küche, die mit Sternen wirbt; sie wirbt mit Entfernungen. Das Ei von heute Morgen ist zweihundert Meter gelaufen.

Wer besondere Ernährung braucht, ist hier ungewöhnlich gut aufgehoben — es gibt eine eigene glutenfreie Küche, und die Kombucha-Manufaktur ist kein Gag, sondern Teil des Hauses.

Fazit

Für wen dieses Haus gemacht ist

Six Senses Fiji ist nicht das Haus für den, der allein sein will. Dafür gibt es Tokoriki, ein paar Inseln nördlich, ohne Kinder und mit freistehenden Bures. Dieses hier ist etwas anderes: ein Ort, der zeigt, dass Luxus und Verantwortung nicht im Widerspruch stehen müssen — und der einen mitmachen lässt, wenn man will.

Es ist gemacht für Paare, für Familien, für Surfer, für alle, die Wellness ernst meinen und für die es einen Unterschied macht, ob der Strom aus Diesel kommt oder aus der Sonne. Der Kinderclub ist da, die Villen stehen näher beieinander als anderswo, der Strand ist zum Teil aufgeschüttet, und die Extras sind teuer — all das ist wahr.

Und dann geht man abends über den Holzsteg zum Spa, und im Geäst sitzt ein Leguan, den es fast nicht mehr gibt, und man denkt: Es gibt schlechtere Gründe, ein Stück Wald nicht zu bebauen.

Im Überblick

Lage
Ruhe
Atmosphäre
Design & Architektur
Kulinarik
Service
Preis€€€€€€

Unabhängige redaktionelle Einschätzung je Haus — kein aggregierter Gäste- oder Portal-Score.

Direkt beim Haus ansehen — oder gleich als Reise planen.

Anzeige · Affiliate-Links