Strandatlas

Magazin · Inspiration

Ruhige Strandhotels auf Mallorca

Mallorca ist mehr als seine Ferienorte. Wir haben die stillsten, kleinsten Häuser der Insel zusammengetragen — vom Herrenhaus über Deià bis zur Finca am Naturpark. Kuratierte Ruhe, abseits des Trubels.

Magazin·Ruhige Strandhotels auf Mallorca

Kaum eine Insel wird so unterschätzt wie Mallorca. Wer sie nur aus den Prospekten der Ferienorte kennt, ahnt nicht, wie viel Stille zwischen ihren Bergen und Buchten liegt — in umgebauten Fincas, in Herrenhäusern über den Dörfern, in Häusern an der Steilküste, wo das Meer weit unten gegen den Fels schlägt. Diese leise Insel ist das Mallorca, das wir sammeln.

Diese Auswahl beginnt mit drei Häusern, deren Reiz gerade in ihrer Ungleichheit liegt: Das erste thront hoch über dem Künstlerdorf Deiä, umgeben von Oliventerrassen; das zweite steht auf einem Felsplateau über der Bucht von Canyamel, mit in den Stein geschlagenen Stufen hinab ins Wasser; das dritte liegt so tief in einem Tal bei Artà, dass die Welt draußen zu verschwinden scheint. Berg, Klippe, Gut — drei Mallorcas in einem.

So eröffnet sich unsere mallorquinische Reihe, ausgesucht nach dem Maßstab, der für all unsere Sammlungen gilt: das Intime vor dem Großen, die Stille vor dem Lärm, das Meer oder die Landschaft nicht als Deko, sondern als Grund, überhaupt hier zu sein.

Ein anderes, leiseres Mallorca

Der Ruf eilt der Insel voraus, und er stimmt nur zur Hälfte. Ja, es gibt die Bettenburgen an der Playa de Palma, die vollen Strandpromenaden, die Buchten, in denen sich im August die Handtücher berühren. Doch daneben, oft nur wenige Serpentinen entfernt, liegt eine Insel von großer Ruhe: die Serra de Tramuntana mit ihren Steindörfern und Terrassenhängen, der stillere Osten um Artà und Capdepera, das Landesinnere mit seinen Weingütern und Fincahöfen.

Dort, in diesen übersehenen Winkeln, finden sich die Häuser, um die es uns geht. Es sind selten Neubauten am Strand, viel häufiger alte Herrenhäuser aus honigfarbenem Stein, restaurierte Fincas, ehemalige Güter, die jemand mit Verstand und Zurückhaltung wieder zum Leben erweckt hat. Sie liegen nicht immer direkt am Wasser — manche schicken einen zum Baden erst einen Pfad hinab oder eine kurze Fahrt an die Küste —, aber sie geben etwas zurück, das ein Strandhotel selten kann: das Gefühl, in einem Stück echtem Mallorca zu wohnen statt in seiner touristischen Fassade.

Die drei Häuser dieser Auswahl führen das auf drei Arten vor. Das eine lebt vom Licht der Berge und der Nähe zur Kunst, das andere von der Kante über dem Meer und dem Weg hinab ins Blau, das dritte von der Weite eines Guts, auf dem man sich tagelang verlieren kann. Verschieden im Wesen, gleich in der Haltung: hier wird gewohnt, nicht nur logiert.

La Residencia über Deiä — zwei alte Herrenhäuser zwischen Oliventerrassen und der Serra de Tramuntana, das Meer in der Ferne.

Drei Häuser, drei Mallorcas

So überschaubar die Insel ist, so weit trennen diese drei Häuser — nicht auf der Landkarte, sondern in der Empfindung. Welches das eigene ist, entscheidet die eigene Vorstellung von Ruhe.

Die La Residencia über Deiä ist für alle, die Berge, Kunst und ein besonderes Licht suchen. Die Straße windet sich an der Nordwestküste durch die Tramuntana, das Meer immer zur Linken, bis sich das honigfarbene Deiä an den Hang schmiegt. Darüber, zwischen Oliventerrassen und Zypressen, liegen zwei alte Herrenhäuser aus Stein, in deren dicken Mauern die Zimmer stecken — dunkle Balken, ein Original an der Wand, eine Terrasse mit Blick über die Hänge bis zum Meer. Das Haus thront über dem Tal, nicht am Wasser; die nächste Badestelle, die felsige Cala Deiä, liegt einen Spaziergang bergab. Wer das warme Licht der Tramuntana sucht, das die Maler seit je hierher zieht, ist hier zu Hause.

Das Can Simoneta bei Canyamel gehört denen, die das Meer unmittelbar wollen. Eine Allee aus alten Olivenbäumen führt vom Tor hinauf, und mit jedem Meter fällt die Welt ein wenig mehr ab; oben, auf einem fünfunddreißig Meter hohen Felsplateau über der Bucht, stehen drei honigfarbene Fincas, als wären sie aus dem Stein gewachsen. Im geruhsameren Osten der Insel gelegen, weit genug von Palma entfernt, um dem Rummel zu entkommen, verbindet es cremeweiße Gelassenheit mit einem seltenen Luxus: in den Fels gehauene Stufen, die sich hinab zu einer Plattform am Wasser winden, von der man direkt ins tiefe Blau steigt. Ein Haus für das Frühstück mit Kultstatus, das Baden im offenen Meer, den Pinienduft über der Kante.

Das Es Racó d'Artà schließlich ist für die, die ganz verschwinden wollen. Im Nordosten, unweit von Artà, biegt ein Weg von der Straße ab und verliert sich in einem weiten Tal aus Wald, Oliven und Wein; am Ende liegt eine wiederbelebte Finca — ein weißes Herrenhaus, um das herum kleine Steinhäuser im Grünen verstreut sind, jedes mit eigener Terrasse und offenem Blick in die Natur. Unmittelbar am Naturpark von Llevant gelegen, ist es weniger ein Hotel als ein Landgut, auf dem die Tage ohne Ziel verstreichen: ein Weg durch die Olivenhaine, ein Blick in die Weinberge, ein Pool über dem Tal. Ein Haus für die Weite, die Stille und das Gefühl, mitten in der Natur zu sein.

Jenseits ihrer Lage teilen die drei eine Küche, die vom eigenen Grund und Boden lebt. In Es Racó landet vieles direkt aus dem Gutsgarten auf dem Teller; in Can Simoneta ist das ausgedehnte Frühstück an den langen Tafeln über der Bucht zur kleinen Legende geworden; in der La Residencia versteht sich das mallorquinische Erzeugnis so von selbst wie die Gemälde an den Wänden. Dahinter steht eine Grundhaltung, wie sie den kleinen Häusern der Insel gemeinsam ist: statt üppiger Buffets das Saisonale und Regionale, das vom Fleck erzählt, an dem man sitzt.

Auch im Rhythmus ähneln sie sich. Der Morgen beginnt langsam, mit dem Licht über Terrassen, Tal oder Bucht; danach ein Weg durch Oliven oder Weinberge, ein Sprung ins Meer, eine Liege im Schatten. Nichts verlangt nach einem Programm — und genau diese Abwesenheit von Betrieb unterscheidet ein solches Haus von den großen Anlagen der Küste.

Kurz: Wer das Bergdorf und die Kunst sucht, wählt Deiä. Wer das Meer direkt unter sich haben will, Canyamel. Wer in Landschaft und Weite abtauchen möchte, fährt nach Artà. Ein Fehlgriff ist bei diesen dreien nicht möglich.

Der stillere Osten um Artà und Capdepera — Olivenhaine, Weinberge und der Naturpark von Llevant, weit weg von den Ferienorten.

Wann Mallorca am schönsten ist

Mallorca lohnt fast das ganze Jahr, aber die leise Insel zeigt sich am schönsten in den Randmonaten. Der Frühling von April bis Juni ist die vielleicht beste Zeit: Die Tramuntana ist noch grün, die Mandel- und Orangenblüte liegt in der Luft, die Wanderwege sind angenehm kühl, und die Insel ist noch nicht überlaufen. Zum Baden allerdings ist das Meer im Frühjahr noch frisch — wer vor allem schwimmen will, kommt später.

Der Hochsommer im Juli und August bringt das wärmste Wasser und die beständigste Sonne — zugleich aber die dichtesten Strände und die steilsten Preise. Dann spielt ein Quartier in den Bergen oder im Inselinneren seine Stärke aus: Dort bleibt es kühler und stiller, während die Küstenorte überlaufen. Wer im Sommer an die See will, wählt am besten ein Haus mit eigenem Zugang zum Wasser, wie Can Simoneta über seiner Bucht.

Der Herbstbeginn zwischen September und Oktober setzt den zweiten, womöglich schönsten Akzent: Das Wasser trägt jetzt die gespeicherte Wärme des Sommers, die Gluthitze weicht, in den Weinbergen beginnt die Lese, und die Besücherströme ebben ab. Gerade Fincagüter wie Es Racó entfalten in diesen Wochen ihren größten Zauber. Und da etliche der kleinen Adressen den Winter über geöffnet bleiben, lohnt die Insel auch in der stillen Jahreshälfte — wenn Mallorca wieder ganz zu sich selbst findet.

Kurz gesagt

Das leise Mallorca zu finden heißt, die Küstenorte hinter sich zu lassen — hinauf in die Tramuntana, hinaus in den stillen Osten, hinein ins Landesinnere. Drei Häuser haben wir bereits porträtiert: die La Residencia über dem Künstlerdorf Deiä, wo das Licht der Berge den Ton angibt; das Can Simoneta auf seinem Felsplateau über Canyamel, mit den Stufen hinab ins Meer; und das Es Racó d'Artà, ein weites Gut am Naturpark, auf dem man die Zeit vergisst.

Und die Sammlung bleibt offen: Jedes weitere Haus der Insel, das unseren Maßstab erfüllt, reiht sich hier ein — klein, mit Bedacht ausgewählt, der Landschaft und dem Wasser verbunden.