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Warum gerade November?
Wenn Sie im November auf Mauritius ankommen, riechen Sie es zuerst: die warme, feuchte Luft, die nach Frangipani und nassem Laub duftet, nach dem ersten Regen über heißem Stein. Der Inselwinter ist gerade gewichen, das Meer trägt schon Sommerwärme, und die Insel holt tief Luft, bevor der große Sommer kommt. Es sind die Wochen, in denen alles im Werden ist — noch nicht laut, noch nicht voll, aber schon warm.
Und dann, mitten in diesem Monat, wird die Insel zum Lichtermeer. Am 8. November feiert Mauritius Divali, das Fest der Lichter — und weil mehr als die Hälfte der Insel hinduistisch ist, ist es kein Nischenereignis, sondern der Herzschlag des ganzen Landes. Tagelang vorher putzen und schmücken die Familien ihre Häuser; wenn es dunkel wird, säumen Tausende kleiner Öllämpchen die Gärten, Mauern und Wege, und ganze Dörfer glimmen golden in der warmen Nacht. Wer Ende Oktober oder Anfang November hier ist, fährt abends an Hügeln entlang, die von unten bis oben in Licht getaucht sind. Kein Prospekt zeigt das — man muss dagewesen sein.
Es ist auch die stille Zeit. Die großen Weihnachtsreisen füllen die Insel erst ab Mitte Dezember; im November gehören die langen Ostküstenstrände noch fast Ihnen allein. Morgens, wenn die Sonne über dem Riff aufgeht und das Wasser der Lagune noch spiegelglatt liegt, hören Sie wenig mehr als die Brandung draußen am Riffsaum und den Wind in den Filaos, den Kasuarinen, die hier überall am Strand stehen. Wärme und Ruhe zugleich — beides bekommt man nur an diesem Rand der Saison.
Ein ehrliches Wort gehört dazu — und es ist zugleich der beste Rat, den wir geben können: Mit dem Sommer beginnt auf Mauritius auch die Zyklonsaison, offiziell ab Mitte November. Das klingt dramatischer, als es der frühe November ist; die ernsten Wochen liegen erst im Januar und Februar. Aber es ist der Grund, warum wir Ihnen genau jetzt schreiben. Wer diese Notiz liest und den November ins Auge fasst, hat sein Vierteljahr Vorlauf — Zeit genug, sich die frühen, milden Wochen zu sichern, in denen die Insel warm ist, in Lichter getaucht, und noch ganz bei sich.
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