Anse la Raie · Norden · Mauritius
Paradise Cove
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Ein romantisches Adults-only-Refugium an einer geschützten Bucht ganz im Norden, mit eigener Cove und ruhiger Lagune.
Magazin · Inspiration · Teil 1
Der Norden von Mauritius lebt von geschütztem, türkisem Wasser und einem besonderen Licht — eine kleine Geografie der Lagunen, Inseln und stillen Buchten, und der Häuser, die an ihnen liegen.
Es gibt einen Moment kurz nach der Landung, wenn der Wagen den Norden erreicht und sich die Straße zum Wasser hin öffnet: Da liegt es, das Türkis, von dem alle reden — flach, klar, fast unwirklich hell. Der Norden von Mauritius ist die Seite der ruhigen Lagunen, und wer sie einmal in diesem Licht gesehen hat, versteht, warum sich hier so viele Häuser ansiedeln.
Dieses Wasser ist kein Zufall. Ein Saum aus Korallenriff zieht sich vor der Küste entlang und hält das offene Meer draußen; dahinter liegt die Lagune wie ein riesiges, geschütztes Becken, warm und meist ruhig. Das Licht tut das Übrige: Über hellem Sandgrund leuchtet das flache Wasser in Abstufungen von Aquamarin bis Tiefblau, und am Horizont stehen die vorgelagerten Inselchen wie hingetupft.
Drei unserer mauritischen Häuser liegen an dieser geschützten Nordküste — jedes mit eigenem Charakter, aber alle am selben stillen, lichten Wasser. Dieser erste Teil unserer kleinen Mauritius-Serie folgt dem Licht und den Lagunen; er erzählt, was den Norden ausmacht, und wo man mittendrin wohnen kann.
Wer in den Norden kommt, spürt rasch den Unterschied zu den raueren Süd- und Ostküsten: Hier ist das Meer gezähmt. Das Riff bricht die Wellen weit draußen, und was bleibt, ist eine Lagune, in der das Wasser oft glatt liegt und das Baden auch dann angenehm ist, wenn andere Küsten ruppig werden. Es ist die Seite der Insel, an der man morgens als Erstes hineingleitet, weil das Wasser einlädt, statt herauszufordern.
Von Anse la Raie an der Nordspitze über das Dorf Cap Malheureux bis hinüber nach Grand Baie und zur Pointe aux Canonniers reiht sich Bucht an Bucht. Der Sand ist hell und fein, überall öffnet sich der Blick aufs Wasser und auf die kleinen Inseln davor. Dazwischen das lebhafte Grand Baie mit seinen Geschäften, Restaurants und Bootsanlegern — der gesellige Mittelpunkt des Nordens.
Am schönsten zeigt sich diese Küste in der trockeneren, kühleren Zeit von etwa Mai bis Dezember, wenn der Himmel klar steht und das Licht jene Schärfe bekommt, die das Türkis fast zum Leuchten bringt. Doch weil der Norden geschützt liegt, trägt er fast das ganze Jahr — er ist die verlässlichste, sanfteste Ecke der Insel.
Diese Ruhe ist kein Zufall des Nordens allein: Fast die ganze Insel ist von einem Korallenwall umschlossen, der das offene Meer auf Abstand hält. Doch nirgends fügt sich das so sanft wie hier oben, wo die Buchten flach auslaufen, die Strömung nachlässt und das Wasser über weiten Sandflächen jenes helle, durchscheinende Blau annimmt. Man merkt es schon beim ersten Schritt hinein — der Norden meint es gut mit dem, der einfach nur ins Wasser will.
Was den Blick vom Nordstrand aus fängt, sind die vorgelagerten Inselchen: allen voran der Coin de Mire, auch Gunner's Quoin genannt — ein unbewohnter Felsen in der Form eines Schiffsbugs, wenige Seemeilen vor der Küste. Dahinter liegen die flache Île Plate und das winzige Îlot Gabriel, beide Naturreservate, beide von kristallklarem Wasser umspült.
Diese Inseln sind das Ausflugsziel des Nordens. Von Grand Baie, Pereybere oder Cap Malheureux brechen Katamarane und Schnellboote zu ihnen auf — ein halber oder ganzer Tag auf dem Wasser, mit Schnorchelstopps am Riff, einem Barbecue am Strand und der Rückfahrt im Nachmittagslicht. Auf dem Coin de Mire selbst darf man nicht an Land; sein Riff aber zählt zu den schönsten Schnorchelgründen der Insel, und über den Klippen segeln die Tropikvögel, die „pailles-en-queue“, mit ihren langen weißen Schwanzfedern.
Im flachen, geschützten Kanal zwischen Île Plate und Îlot Gabriel liegt das Wasser oft spiegelglatt über hellem Sand — gemacht für ein paar ruhige Züge mit der Maske, bei denen bunte Fische unter einem wegziehen. Es ist ein anderes Mauritius als das der Hotelstrände: wild, unbebaut, ganz auf Wasser und Wind gestellt. Ein ehrliches Wort dazu: Die Überfahrt ist nicht immer glatt — bei Wind schaukelt es, und wer empfindlich ist, nimmt das schnellere Boot oder einen ruhigen Tag.
Der Norden ist gemacht für Tage, die sich am Wasser abspielen. Früh, wenn die Lagune noch glatt liegt, gleitet man hinein, ehe die Sonne hoch steht; mittags zieht es in den Schatten, nachmittags wieder hinaus mit Maske, Kajak oder Paddel über den hellen Grund. Vieles spielt sich in Ufernähe ab, weil das Riff das Wasser ruhig hält.
Wer mehr will, findet es leicht: einen Tauchgang am Riff, eine Fahrt im Glasbodenboot über die Korallen, einen Bootsausflug zu den Inseln, einen Sprung von der Mole. Und immer wieder das Licht — am klarsten am Morgen, am weichsten zum Sonnenuntergang, wenn das Türkis in Gold und Rosé übergeht und die Silhouette des Coin de Mire dunkel vor dem Himmel steht.
Es ist diese Mischung aus geschütztem Wasser, kurzen Wegen und langem Licht, die den Norden so zugänglich macht. Man muss nichts erzwingen; der Tag ergibt sich von selbst aus Wasser, Schatten und der Stunde.
Unter der Oberfläche ist der Norden lebendiger, als die stille Lagune vermuten lässt: Über den Korallen stehen Schwärme bunter Riff-Fische, an den Rändern ziehen größere Tiere vorbei, und mit etwas Glück kreuzt eine Schildkröte den Weg. Die Riffe stehen unter Schutz — wer schnorchelt oder taucht, hält Abstand zu den Korallen und greift zu riffschonender Sonnencreme, kleine Selbstverständlichkeiten, die dieses empfindliche Türkis erhalten.
Es gibt einen Grund, warum Fotografen und Frischvermählte den Norden lieben: das Licht. Morgens steht es klar und kühl über der glatten Lagune, mittags brennt es das Türkis fast weiß, und am späten Nachmittag wird es weich und warm, bis die Sonne hinter den Inseln versinkt und Wasser und Himmel in dieselben Töne tauchen.
Dieses Wechselspiel prägt den Tag mehr als jeder Plan. Man richtet sich danach: das Bad in der frühen Stille, die Mittagsstunden im Schatten, der Sundowner mit Blick auf den dunklen Bug des Coin de Mire. Der Norden verlangt wenig und schenkt viel — vor allem dieses Licht, das man sonst nirgends auf der Insel so findet.
Auch unter Wasser spielt das Licht mit: Über dem hellen Sandgrund der Lagune wirkt selbst flaches Wasser wie beleuchtet, und beim Schnorcheln stehen die Korallenfische in einem klaren, durchsonnten Blau. Wer einmal zum Sonnenuntergang mit der Maske draußen war, während sich das Wasser über ihm rosa färbt, versteht endgültig, warum der Norden als die fotogenste Ecke der Insel gilt.
So ruhig die Buchten sind, ganz für sich ist der Norden nicht. Sein Mittelpunkt ist Grand Baie, ein lebhafter Ort an einer weiten Bucht, mit Geschäften, Restaurants und Bootsanlegern, von denen die Ausflüge starten. Wer abends Gesellschaft, einen Markt oder ein gutes Essen sucht, findet es hier — und ist doch in Minuten zurück in der Stille seines Hauses.
Rundherum reiht sich Küstenort an Küstenort: das beschauliche Pereybere mit seinem kleinen Stadtstrand, das nördlichste Cap Malheureux mit seiner viel fotografierten Kapelle unter rotem Dach, hinter der die vorgelagerten Inseln im Wasser liegen. Es ist einer der schönsten Ausblicke der Insel — und einer der wenigen, an dem Küste und Inselchen in einem Bild zusammenkommen.
Auch die Strände tragen Namen, die man kennt: der lange, von Filaobäumen gesäumte Bogen von Mont Choisy, das ruhigere Trou aux Biches mit seinem feinen Sand. Dazwischen liegen kleinere, halb private Buchten, an denen kaum jemand ist. Der Norden lässt beides zu — den Trubel und das Verschwinden, oft nur ein paar Fahrminuten voneinander entfernt.
Kurz gesagt: Weil der Norden windgeschützt liegt, trägt er fast das ganze Jahr; am klarsten leuchtet das Türkis in der trockenen Zeit von etwa Mai bis Dezember, wenn die Luft steht und das Licht scharf wird. Die Feinheiten — Passatwinde, Zyklonmonate, die beste Zeit fürs Tauchen oder Kitesurfen — haben wir gesondert zusammengetragen: in unserem Reisezeit-Artikel zu Mauritius.
Der Norden von Mauritius ist die Seite der ruhigen Lagunen und des klaren Lichts: ein vom Riff geschütztes, türkises Wasser, helle Buchten von Anse la Raie bis zur Pointe aux Canonniers und am Horizont die Inselchen, zu denen die Boote aufbrechen. Es ist die sanfteste, verlässlichste Ecke der Insel — am schönsten in der trockenen Zeit von etwa Mai bis Dezember.
Wer hier wohnt, wohnt am stillen Wasser und doch nah am Leben von Grand Baie. Im zweiten Teil dieser Serie wenden wir uns der anderen Seite von Mauritius zu — dem grünen Inneren und den stillen Küsten, den Gärten und Rückzugsorten.