Tikehau · Tuamotu-Inseln · Französisch-Polynesien
Le Tikehau by Pearl Resorts
€€€€€€
Das Schwesterhaus im Atoll: ein privater Motu im Kokoshain, rosa Sand — dieselbe Handschrift, noch weiter draußen.
Motu Tautau · Taha'a · Französisch-Polynesien
Ein Haus auf einem eigenen Motu am Außenriff: auf der einen Seite die grünen Hänge der Vanilleinsel, auf der anderen die Silhouette von Bora Bora — und ein Korallengarten, der dort beginnt, wo der Steg endet.
€€€€€€
Man kommt hier nicht einfach an. Erst ein Flug von Tahiti nach Raiatea, dann steht am Steg ein Boot, und mit ihm beginnt der eigentliche Weg: eine halbe Stunde über eine Lagune, deren Farbe man vom Flugzeug aus für übertrieben gehalten hat. Sie ist es nicht. Sie wird nur immer flacher, bis man den Grund sieht, und dann taucht vorn ein Streifen Palmen auf, der auf nichts steht außer auf Sand und Korallen.
Das ist der Motu. Ein Streifen Land im Riff, ein paar hundert Schritte breit, und darauf steht das ganze Haus. Von der einen Seite blickt man auf die grünen Hänge von Taha'a, so nah, dass man abends die Lichter sieht. Auf der anderen Seite, weit draußen im Blau, liegt eine Silhouette, die man aus tausend Bildern kennt und dann doch nicht glaubt: Bora Bora, in Ruhe, aus der Entfernung, ohne dass man dort sein muss.
In der Luft liegt Vanille. Das ist keine Metapher — Taha'a wird die Vanilleinsel genannt, und die Schoten von hier gelten unter Köchen als die besten der Welt. Man riecht sie, bevor man sie erklärt bekommt.
Das Haus selbst tritt zurück. Es hat keine Auffahrt, keine Halle, nichts, was einen empfängt außer Palmen, ein paar Dächern aus Pandanus und dem Geräusch, das der Wind in Kokoswedeln macht. Man setzt sich, bekommt etwas Kaltes in die Hand, und die Anreise fällt langsam von einem ab.
Und dann geht man zum Wasser, weil man muss, und stellt fest, dass es einem bis zu den Knien reicht und warm ist wie eine Badewanne.
Anzeige · Affiliate-Link
Motu Tautau liegt im äußeren Riff der Lagune, die sich Taha'a mit seiner Schwesterinsel Raiatea teilt. Das Haus hat den Motu für sich, und es ist das erste Relais & Châteaux Französisch-Polynesiens — was hier weniger nach Auszeichnung klingt als nach Haltung: Gebaut wurde aus Bambus, Holz, Kokosfaser, Stein und Korallenkalk, und zwar um die alten Bäume herum, die schon da waren.
Der eigentliche Grund, warum man kommt, liegt zwei Minuten Fußweg entfernt. Am Rand des Motu, wo die Strömung ins Riff drückt, beginnt ein Korallengarten. Man lässt sich vom einlaufenden Wasser tragen, hält die Arme an den Körper und treibt: unter einem farbige Riffdächer, Schwärme, die auseinanderfahren und sich wieder schließen. Gäste, die die halbe Welt beschnorchelt haben, nennen es das Beste, was sie kennen.
Und hier gehört eine Wahrheit dazu, die in keinem Prospekt steht: Dieser Korallengarten ist kein Geheimnis. Er ist eine der berühmtesten Stellen Polynesiens, und tagsüber kommen Boote von den Nachbarinseln, teils mit hundert Besuchern am Tag. Wer ihn für sich haben will, muss früh hin oder spät — dann liegt er still da, und das Haus hat ihn wieder allein.
Auf dem Motu selbst dagegen ist es bemerkenswert leer. Ein Gast berichtet, bei siebzig Prozent Belegung außerhalb der Mahlzeiten kaum jemandem begegnet zu sein. Das liegt an der Bauweise: Nichts hier reiht sich, alles verteilt sich zwischen Bäumen und Sand.
Bemerkenswert ist auch, wie das Haus mit dem Riff umgeht. Man bekommt korallenverträgliche Sonnencreme, man bekommt Schuhe geliehen, damit die Flossen nichts abbrechen. Das ist eine Kleinigkeit — aber sie sagt mehr über die Haltung eines Hauses als jeder Nachhaltigkeitsbericht.
Es gibt zwei Arten, hier zu wohnen, und sie sind grundverschieden. Die meisten Suiten stehen auf Pfählen über der Lagune, an Stegen, die vom Ufer ins Flache hinauslaufen. Unter dem Boden steht das Wasser so klar, dass man vom Deck aus die Fische zählen kann; über eine Treppe geht es direkt hinein, ohne Umweg über den Sand. Manche schauen auf Taha'as Berge, andere auf die ferne Silhouette, wieder andere auf das offene Riff und den Sonnenuntergang.
Die anderen liegen am Strand, im Grün versteckt, und sie sind vielleicht die schöneren. Eine Mauer aus Korallenstein schirmt einen tropischen Garten ab, darin ein Becken, eine Wanne unter freiem Himmel, ein Dach aus Pandanus über einem Platz zum Sitzen. Man tritt aus der Tür und steht im Sand; die Lagune liegt zwanzig Schritte weiter und ist warm.
Innen ist es dunkles Holz, geflochtenes Material, weiße Baumwolle. An Türen und Decken sitzen polynesische Schnitzereien, so beiläufig, dass man sie erst am zweiten Tag bemerkt. Es ist kein Design, das sich vorstellt. Es ist ein Haus, das aussieht, als sei es hier gewachsen — was, wenn man an die Bäume denkt, um die es gebaut wurde, ungefähr stimmt.
Anzeige · Affiliate-Link
Der Rhythmus hier wird nicht von einem Programm gemacht, sondern von der Strömung. Läuft das Wasser ein, geht man zum Korallengarten und lässt sich treiben. Steht es, nimmt man ein Kajak und paddelt hinaus zu einem der kleinen Riffe, die überall im Flachen liegen.
Wer weiter will, fährt in die Lagune hinaus, zu den Schwarzspitzenhaien, die dort in hüfttiefem Wasser ihre Kreise ziehen — auf Taha'a sind es meist wenige Boote, manchmal nur das eigene. Oder man setzt über auf die Hauptinsel: zu einer Vanilleplantage, in der die Schoten von Hand bestäubt werden, zu einer Perlenfarm, zu einer kleinen Rumbrennerei.
Das Spa liegt an einer Binnenlagune im Bambus, auf deren Wasser Seerosen treiben. Und wenn man will, setzt einen abends ein Boot auf einem winzigen, herzförmigen Motu mitten in der Lagune ab, mit einem gedeckten Tisch darauf, und holt einen später wieder ab.
Man muss nichts davon tun. Der Tag funktioniert auch dann, wenn er nur aus Wasser, Schatten und einem Buch besteht.
Gegessen wird an drei sehr verschiedenen Orten. Das Hauptrestaurant steht erhöht in den Bäumen, mit Blick über die Lagune — hier beginnt der Morgen und endet der Abend, dienstags mit Musik und Tanz. Am Strand liegt das zweite, offen zur Sonne, mit den Füßen im Sand: gegrillter Fisch, Sashimi, das rohe, in Limette und Kokosmilch gezogene poisson cru, das man hier gegessen haben muss.
Das dritte ist das kleinste und das eigentliche. Es hat keine Karte. Man setzt sich, sagt, was man nicht mag, und lässt den Küchenchef machen — für eine Handvoll Gäste an einem Abend. Dass dieses Haus das erste Relais & Châteaux der Region ist, wird nirgends so deutlich wie hier.
Und eine Einschränkung, die man kennen sollte: Der Motu ist klein, und was auf ihm gekocht wird, ist alles, was es gibt. Wer auf eine Woche plant, wird die Karten kennen — und die Rechnungen sind polynesisch, also hoch. Man kann mit dem Bootsshuttle auf die Hauptinsel fahren und dort einfacher essen. Die meisten tun es einmal und bleiben dann.
Le Taha'a ist für alle, die den Traum von Bora Bora haben — und ihn lieber ansehen als in ihm wohnen. Man bekommt hier dieselbe Lagune, dieselbe Silhouette am Horizont, aber ohne die Reihen von Stegbungalows, die drüben die Ufer säumen. Ein Haus für Paare, für Hochzeitsreisen, für alle, die ein Riff wollen, das vor der Tür liegt und nicht auf einem Ausflugsprogramm steht.
Man sollte wissen, worauf man sich einlässt. Die Anreise ist ein Umstand: Flug nach Raiatea, dann eine halbe Stunde Boot. Der berühmte Korallengarten gehört tagsüber auch den Ausflugsbooten. Gegessen wird auf einem kleinen Motu, mit entsprechend kleiner Auswahl und großen Rechnungen. Und es ist kein Adults-Only-Haus — Kinder sind hier willkommen, wenn auch selten.
Wer damit umgehen kann, bekommt das vielleicht stimmigste Haus Französisch-Polynesiens: gebaut aus dem, was hier wächst, um die Bäume herum, die schon standen — mit einem Korallengarten am Ende des Stegs und Vanille in der Luft.
Direkt beim Haus ansehen — oder gleich als Reise planen.
Anzeige · Affiliate-Links