Strandatlas

Deià · Tramuntana · Mallorca

La Residencia, A Belmond Hotel

Zwei alte Herrenhäuser über dem Künstlerdorf Deià, zwischen Oliventerrassen und Tramuntana — Belmonds mallorquinisches Refugium, in dem die Kunst an den Wänden hängt und die Esel im Garten stehen.

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Ankommen

Die Straße windet sich an Mallorcas Nordwestküste durch die Serra de Tramuntana, immer das Meer zur Linken, bis sich an einen Hang das honigfarbene Dorf Deià schmiegt. Über seinen Dächern, zwischen Oliventerrassen und Zypressen, liegen zwei alte Herrenhäuser aus Stein — man kommt an und versteht sofort, warum dieser Ort die Künstler nie wieder losließ.

Drinnen hängt überall Kunst: mallorquinische Maler, Skizzen, Skulpturen in den Gärten, als wäre das Haus ebenso Galerie wie Hotel. Es riecht nach Zitrus und warmem Stein, in den Höfen plätschert Wasser, und unten am Hang dösen die hauseigenen Esel im Schatten der Olivenbäume, als gehörten sie seit jeher dazu.

Vom Garten fällt der Blick über die Terrassen hinab bis ans Meer, wo sich die kleine Bucht Cala Deià in die Felsen kerbt. Es ist genau jenes Licht, das einst den Dichter Robert Graves hierher zog und das Dorf zum Zufluchtsort der Maler machte — hoch, klar, mediterran, von einer Schärfe, die alles näher rücken lässt.

Die Zikaden sägen in der Mittagshitze, Schmetterlinge taumeln über die Lavendelbeete, und irgendwo unter den Bäumen klimpert leise eine Gitarre. Man setzt sich in den Schatten, ein Glas kühlen Weißwein in der Hand, und lässt den Blick über die silbrigen Olivenkronen bis zum Meer wandern.

La Residencia ist nicht das Haus am Strand, sondern das Haus über dem Meer: Berg und Bucht, Kunst und Olive, Belmonds Sinn fürs Theatralische gepaart mit der Ruhe eines Bergdorfs. Wer Mallorca jenseits der Strandpromenaden sucht, ist hier angekommen.

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Der Pool über dem Dorf Deià, eingebettet in die Oliventerrassen, mit Blick hinab zum Meer.
Lage, Umgebung & Atmosphäre

Über dem Künstlerdorf Deià

Das Hotel liegt mitten in Deià, einem Bergdorf an Mallorcas Nordwestküste, etwa vierzig Autominuten von Palma. Es thront über dem Tal, nicht am Wasser: Die nächste Badestelle, die felsige Bucht Cala Deià, liegt einen Spaziergang oder eine kurze Fahrt bergab — wunderbar, aber eben nicht vor der Tür. Wer einen breiten Sandstrand erwartet, sucht ihn hier vergebens.

Ringsum liegt das schönste Mallorca: das Dorf selbst mit Galerien, dem Haus von Robert Graves und guten Restaurants; die Orangenstadt Sóller, das Klosterdorf Valldemossa, die Weinterrassen von Banyalbufar gleich die Küste hinauf — dort, wo auch das Schwesterhaus im Geiste, Son Bunyola, liegt. Zum Wandern beginnt die Tramuntana direkt hinterm Garten.

Der Ton ist künstlerisch, bergig-mediterran und doch von Belmond poliert — gelebte Bohème mit Service. Am schönsten ist es vom Frühjahr bis in den Herbst, wenn die Terrassen blühen und die Abende lang sind.

Deià war immer ein Dorf der Künstler und Aussteiger; der Dichter Robert Graves lebte hier, Maler und Musiker folgten, und etwas von dieser gelassenen Bohème hängt bis heute in den Gassen. Das Hotel nimmt den Faden auf — Kunst an jeder Wand, Skulpturen im Garten —, ohne je museal zu werden.

Wohnen

Alter Stein, Kunst und Olivenlicht

Die Zimmer stecken in den alten Mauern der Herrenhäuser: dicker Stein, dunkle Balken, hier ein Original an der Wand, dort eine Terrasse, die über die Oliventerrassen bis zum Meer blickt. Drinnen ist es kühl und ruhig; öffnet man die Läden, strömt das warme Licht der Tramuntana herein, das die Maler so lieben.

Über das Gelände verteilen sich zwei Pools, ein Garten voller Skulpturen, ein Spa in den Gewölben und immer wieder Terrassen, auf denen man im Schatten der Bäume sitzt. Begegnet man auf dem Weg den Eseln, bleibt man unwillkürlich stehen — sie haben es hier so wenig eilig wie alle anderen.

Vieles ist auf Muße gebaut: ein Stuhl unter einer Olive, ein Glas Wein bei Sonnenuntergang, der Weg durchs Dorf, der immer länger dauert als gedacht. Mallorca ist hier nicht laut, sondern eine Frage des langen Blicks über die Terrassen.

Öffnet man morgens die Läden, fällt das berühmte Tramuntana-Licht in die kühlen Steinräume — dasselbe, das seit über hundert Jahren die Maler anzieht. Drinnen dicke Mauern und dunkles Holz, draußen die Terrasse über den Oliventerrassen: ein Wohnen, das zwischen Galerie und Bauernhaus changiert.

Zum Wandern beginnt die Serra de Tramuntana gleich hinterm Garten: alte Trockenmauerwege, die stundenlang durch Olivenhaine und hoch über dem Meer entlangführen.

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Tagesrhythmus

Tage zwischen Dorf, Berg und Bucht

Der Morgen beginnt mit einem Frühstück über den Terrassen, während die Sonne erst die Berge und dann das Tal erreicht. Wer ans Wasser will, geht den Pfad hinab nach Cala Deià, wo man von den Felsen in ein kühles, tiefes Blau springt und in einem der Buchten-Lokale den Vormittag verlieren kann.

Der Tag bietet Berg und Meer zugleich: eine Wanderung auf den alten Trockenmauerwegen der Tramuntana, eine Fahrt ins orangenduftende Sóller oder ins stille Valldemossa, ein Bummel durch Deiàs Galerien und engen Gassen. Oder nichts davon — der Pool, das Spa und ein Buch unter den Olivenbäumen.

Die Mittagsstunden gehören dem Schatten. Im Garten ist es kühl, die Esel dösen am Hang, und über allem liegt das Sirren der Zikaden. Man döst mit, ein Buch sinkt auf die Brust, und der Nachmittag dehnt sich, bis das Licht weicher wird.

Am Abend legt sich das Licht golden über die Terrassen, und im alten Olivenpresshaus, dem Restaurant El Olivo, beginnt das Essen unter dicken Steinmauern. Danach noch ein Gang durchs Dorf, wo die Häuser die Wärme des Tages abgeben und die Tramuntana als schwarze Silhouette über allem steht.

Die Piazza am Abend — draußen gegessen, im warmen Licht, das Dorf ringsum.

Fotos: Belmond

Kulinarik

El Olivo, der Garten und das Meer

Das Herz der Küche ist El Olivo, ein Restaurant in einer alten Olivenmühle, in der noch die Presse steht. Gekocht wird mallorquinisch-mediterran: Gemüse aus dem eigenen Garten, Fisch von der Küste, das Öl der Insel, und über allem die Klarheit, die gute Zutaten nicht überreden muss.

Vieles wächst gleich hier — Kräuter, Zitrus, Gemüse —, und was nicht, kommt von der Insel: Lamm aus den Bergen, Fisch aus den Häfen, Wein aus Mallorcas wiederbelebten Lagen. Man trinkt einen einheimischen Roten dazu und merkt, wie viel Mallorca auf einem Teller Platz hat.

Gegessen wird unter Olivenbäumen, im Schein von Kerzen und mit dem Tal zu Füßen. Es ist die Art Abend, an dem das Essen, das Licht und der Ort zu einer einzigen langen Erinnerung verschmelzen — ganz ohne dass jemand etwas inszenieren müsste.

Mittagessen wie Abendessen feiern, was die Insel hergibt: Lamm aus den Bergen, Fisch aus den Häfen, Zitrus und Kräuter aus dem eigenen Garten, dazu die wiederbelebten Weine Mallorcas. Gegessen wird unter Olivenbäumen, bei Kerzenschein, mit dem Tal zu Füßen.

Schon das Frühstück lohnt das frühe Aufstehen: Gebäck, Zitrusfrüchte aus dem Garten und Mallorcas eigene Spezialitäten, serviert über den Terrassen im Morgenlicht der Tramuntana.

Fazit

Für wen dieses Haus gemacht ist

La Residencia ist für alle, die Mallorca jenseits der Strandhotels lieben: Kunst und Olivenlicht, Bergdörfer und lange Wanderwege, ein Haus, das ebenso Galerie wie Hotel ist. Für Paare, für Genießer, für alle, die das Theatralische schätzen, solange es leise bleibt.

Man sollte wissen, worauf man sich einlässt: Dies ist kein Strandhaus. Das Meer liegt als felsige Bucht einen Fußmarsch oder eine kurze Fahrt entfernt, das Dorf kann in der Saison lebhaft sein, und die Anfahrt führt über kurvige Bergstraßen. Wer Sand vor der Tür braucht, ist an Mallorcas Küste anderswo besser aufgehoben.

Am stimmungsvollsten ist es zwischen Frühling und Herbst, wenn die Terrassen blühen und die Tramuntana in vollem Licht steht. Wer dann kommt, bekommt das Mallorca der Maler — hoch über dem Meer, zwischen Kunst, Olive und Stein.

Im Überblick

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