Amalfiküste · Italien
Casa Angelina
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Weiß-in-Weiß-Minimalismus hoch über Praiano, durchsetzt mit zeitgenössischer Kunst — ein lichter Gegenentwurf zu den großen Grandhotels, am schönsten in der kühleren Frühjahrsluft.
Magazin · Momentaufnahme
Italiens Süden in der Vorsaison: grüne Hänge, blühende Zitronengärten und ein Meer, das gerade erwacht — Wochen voller Licht, ehe der Hochsommer kommt.
Magazin·Italien im Mai
Italiens Küste ist nicht ein Ort, sondern viele — die senkrechte Amalfiküste, das weiße Apulien, die vulkanischen Äolischen Inseln. Was sie im Mai eint, ist ein Versprechen: die Vorsaison, in der die Landschaft grün steht, die Hitze noch nicht drückt und die berühmten Küsten wieder Raum haben.
Es ist der Moment vor dem großen Sommer. Die Zitronengärten blühen, die Hänge duften, das Meer ist frisch und beginnt sich zu wärmen — und auf den Treppen und in den Gassen ist es noch still genug, um den Süden in Ruhe zu erleben.
Diese Momentaufnahme hält Italiens Süden im Mai fest, wie er sich anfühlt — und zeigt drei Häuser über drei Küstenwelten, von der Amalfiküste über das apulische Olivenland bis auf eine der Äolischen Inseln.
Die Frage nach der besten Zeit für Italien führt ein wenig in die Irre, denn das Land hat nicht eine Küste, sondern viele, jede mit eigenem Charakter. Über alle legt sich derselbe mediterrane Takt: heiße, trockene Sommer, milde Winter, ein Meer, das sich über den Sommer aufwärmt. Und für fast alle gilt dieselbe Faustregel — das späte Frühjahr und der frühe Herbst sind die sichersten Treffer.
Der Mai gehört zum späten Frühjahr, und er trifft den Süden besonders gut: die Landschaft grün, die Hitze noch gebrochen, die Strände wieder weit. Welche Region wann am schönsten ist, steht ausführlich in unserem Reisezeit-Artikel für Italien.
Ein ehrliches Wort gehört dazu: Das Meer erwärmt sich träge. Im Mai ist die Luft längst sommerlich, das Wasser aber oft noch frisch — die warmen, langen Bäder kommen später im Sommer, am wärmsten ist die See im September. Wer im Mai reist, kommt für das Licht, die Blüte und den Raum, weniger für stundenlanges Schwimmen. Und einzelne saisonale Häuser und Boote nehmen erst im Lauf des Monats Fahrt auf.
Die Amalfiküste ist die senkrechteste und dramatischste: Dörfer, die sich an steile Hänge klammern, Zitronengärten in Terrassen, Treppen ohne Ende. Im Frühling ist sie am betörendsten, wenn die Hänge grünen und der Sentiero degli Dei, der „Pfad der Götter" hoch über dem Meer, in der kühleren Luft begehbar bleibt — fern vom August-Andrang.
Apulien, der Absatz des Stiefels, ist flacher, weiter, ländlicher: weiß getünchte Städtchen, uralte Olivenhaine, Masserien als befestigte Gutshöfe, dazu zwei Meere. Die Saison ist lang, das Land im Mai grün, und das Hinterland — die Gassen von Ostuni, die Trulli des Valle d'Itria — gehört so selbstverständlich zum Bild wie die Adria.
Und die Äolischen Inseln vor Sizilien sind eine Welt für sich: vulkanische Kegel aus dem Meer, weiße Häuser zwischen Malvasia-Reben, eine Stille, die der Mai noch ungestört lässt. Drei sehr verschiedene Süden — und alle zeigen sich jetzt von ihrer leichtesten Seite.
Italiens Küsten sind selten nur Strand, und der Mai ist die Zeit, das zu nutzen. An der Amalfiküste lohnen die Höhenpfade und Ravello mit seinen Gärten, solange die Luft noch kühl genug zum Gehen ist; in Apulien führen die Wege durch Olivenhaine zu weißen Städten und in barocke Kirchen; auf den Inseln locken Märkte, Ruinen und die Küche des Südens.
Und diese Küche ist im Frühjahr besonders: die erste Ernte aus den Gärten, Zitronen von der Amalfiküste, Burrata und Öl vom apulischen Hof, der Fisch des Tages, dazu ein Glas Malvasia auf Salina. Gegessen wird draußen, in der milden Abendluft, ohne die Hektik des Hochsommers.
Es ist diese Verbindung, die den italienischen Mai trägt: Meer und Land, Kunst und Küche, alles in einem Licht, das die Hänge grün und die Steine warm erscheinen lässt. Man reist nicht für den einen Strand, sondern für das Ganze — und hat dafür mehr Raum als in jedem anderen Monat der warmen Hälfte des Jahres.
Und das Reisen selbst hat im Mai seinen eigenen Reiz. An der Amalfiküste kommt man mit Boot und Bahn oft weiter als mit dem Auto; auf den Inseln gleitet man per Tragflügelboot von Hafen zu Hafen, und in Apulien rollt man über Landstraßen zwischen Olivenhainen. In der milden Vorsaison wird der Weg zum Teil des Ziels — ohne Stau und ohne die Hitze, die später über den Asphalt flirrt.
Der Reiz des Mais liegt im Davor. Die Hitze des Hochsommers steht noch nicht, der Ferragosto-Andrang ist fern, und doch ist alles schon da: warme Tage, lange Abende, blühende Gärten und ein Meer, das von Woche zu Woche wärmer wird. Es ist der Süden, ehe er sich füllt.
Gerade darin liegt sein Wert. Die Häuser haben Zeit, die Wege sind frei, die berühmten Orte zeigen sich ohne Gedränge. Wer Italien abseits des August erleben will — und trotzdem im vollen Frühlingslicht —, findet im Mai sein Fenster.
Der Tausch ist ehrlich: Für diese Ruhe nimmt man ein Meer in Kauf, das noch nicht auf Sommertemperatur ist. Wer das weiß, das Schwimmen dem Hochsommer überlässt und den Mai für Licht, Blüte und Kultur nimmt, bekommt Italiens Süden in seiner anmutigsten Form — grün, weit und voller Versprechen.
Italien im Mai heißt im Süden: die Vorsaison, in der die Landschaft grün steht, die Hitze noch gebrochen ist und die berühmten Küsten wieder Raum haben — von der senkrechten Amalfiküste über das weite Apulien bis zu den Äolischen Inseln. Das Meer ist dabei noch frisch; die warmen Bäder kommen später.
Wer Licht, Blüte und Kultur sucht und den Andrang des Hochsommers scheut, reist genau jetzt; fürs warme Schwimmen wartet man auf den Spätsommer. So oder so zeigt sich der italienische Süden im Mai von seiner leichtesten Seite — eine Reise aus Meer, Land und Küche in einem einzigen weichen Licht.