Strandatlas

Magazin · Reisezeit

Beste Reisezeit für die Türkei

Die türkische Ägäis- und Lykische Küste hat einen langen, verlässlichen Sommer — heiß, trocken, das Meer bis in den Herbst warm. Die Frage ist weniger ob als wann: wann die Hitze nachlässt, der Andrang dünner wird und das Wasser am schönsten ist.

An der türkischen Südwestküste, wo die Ägäis ins Mittelmeer übergeht, stellt sich kaum die Frage, ob das Wetter mitspielt — über das lange Sommerhalbjahr tut es das fast immer. Die eigentliche Frage ist, wann die Sommerhitze nachlässt, der Andrang dünner wird und das Meer am wärmsten ist. Wer das beantwortet, hat seine Reisezeit gefunden.

Das Klima ist mediterran: heiße, trockene Sommer, milde, feuchtere Winter. Das Meer wärmt sich über den Sommer auf und bleibt bis in den Herbst angenehm. Die heißesten, vollsten Wochen liegen im Hochsommer; an der Ägäis mildert der Meltem, ein sommerlicher Nordwind, die Nachmittage spürbar, während die geschützten lykischen Buchten stiller und wärmer bleiben.

Unsere türkischen Häuser verteilen sich über diese Küste: die Lykische Küste mit der Villa Mahal bei Kalkan, dem Yazz Collective bei Göcek und dem Beyaz Yunus über Ölüdeniz, dazu die karische Ägäis mit dem Karia Bel bei Bozburun und dem Casa Nonna bei Bodrum. Für alle gilt eine einfache Faustregel — und ringsum ein paar regionale Eigenheiten.

Ein langer Sommer am Meer

Die Saison an dieser Küste ist lang und verlässlich: Vom späten Frühjahr bis in den Herbst scheint die Sonne nahezu garantiert, und das Meer lädt vom Frühsommer bis weit in den Herbst zum Baden ein. Am wärmsten ist das Wasser im Spätsommer und frühen Herbst, und selbst danach bleibt es vielerorts angenehm. Viele der kleinen Häuser öffnen mit dem Frühjahr und schließen über den Winter.

Die heißesten Wochen des Hochsommers sind zugleich die belebtesten. Wer dann reist, legt den Strand auf den kühleren Vormittag und den schattigen Spätnachmittag. An der Ägäis um Bodrum und Bozburun bringt der Meltem eine willkommene Frische in die Nachmittage; an der geschützten Lykischen Küste, in den Buchten von Kalkan, Göcek und Ölüdeniz, bleibt es stiller, wärmer und windgeschützter.

Das Wasser ist dabei fast überall klar und ruhig: Anders als am offenen Atlantik gibt es kaum nennenswerten Tidenhub, und die Buchten liegen so geschützt, dass selbst Familien mit Kindern unbeschwert baden. Es ist ein Meer zum Eintauchen, nicht zum Kämpfen.

Der türkische Sommer hat eine eigene Helligkeit: ein hartes, klares Licht über weiß getünchten Dörfern, Zikaden in den Pinien, die Luft nach Harz und Salz. Selbst die heißesten Tage haben ihre Stunde — die frühe, kühle Morgenstille, ehe die Sonne über die Hügel steigt.

Lykische Küste und karische Ägäis

Die Lykische Küste — von Kalkan über Ölüdeniz bis Göcek — ist eine Welt aus geschützten Buchten, pinienbestandenen Hügeln und türkisem Wasser. Es ist Bootsland: Vor Göcek liegen die Zwölf Inseln, und Gulets gleiten von Bucht zu Bucht. Im Hochsommer ist es hier heiß, doch das Meer bleibt ruhig und warm, und die Stille der abgelegenen Buchten gehört zu den großen Reizen dieser Küste.

Die karische Ägäis weiter westlich — um die Halbinsel Bozburun und Bodrum — hat einen anderen Takt. Hier weht im Sommer der Meltem, der die Nachmittage frischer hält und die Segler erfreut. Bodrum ist die lebendigere, mondänere Seite mit Marina und Nachtleben; Bozburun und seine Nachbarbuchten sind still, ursprünglich und ganz auf das Meer und die Reisen unter Segeln gestimmt.

Datça und das Land um Bozburun gelten zudem als Mandel- und Honiggegend; hier ticken die Uhren langsamer als im benachbarten Bodrum, und manche Bucht erreicht man leichter über das Wasser als über die kurvigen Landstraßen.

Viele der schönsten Buchten haben keine Straße: Man kommt mit dem Boot, ankert über hellem Sand, und das Wasser ist so klar, dass der Schatten des Rumpfes auf dem Grund liegt. Es ist diese Unzugänglichkeit, die die Stille bewahrt.

Die Lykische Küste bei Göcek: pinienbestandene Hügel, die in stille Buchten abfallen — ein Revier, das sich am schönsten vom Boot aus erschließt.

Wenn die Hitze nachlässt

Für die meisten ist das späte Frühjahr und der Herbst die schönste Zeit. Im Frühjahr ist die Landschaft grün und voller Blüten, das Meer wärmt sich auf, und die großen Menschenmengen sind noch fern. Im Herbst trägt das Wasser noch die ganze Sommerwärme, die Hitze hat nachgelassen, und die Küste kommt nach dem Sommer zur Ruhe.

Der frühe Herbst ist dabei die stillste, klarste Zeit: das wärmste Meer des Jahres, milde, lange Abende, dünnere Strände. Über den Buchten liegt dann eine Ruhe, die im Hochsommer undenkbar wäre — und die Boote haben das Wasser fast für sich.

Im Frühjahr blüht die Macchia, die Hügel sind grün, und die Lykische Wanderroute lässt sich am angenehmsten begehen, ehe die Sommerhitze sie zu fordernd macht. Im Herbst kommt die Ernte — Granatäpfel, Feigen, Oliven —, und die Küche füllt sich mit dem, was die Saison hergibt.

Die Abende im frühen Herbst sind das eigentliche Geschenk dieser Zeit: lau genug, um lange draußen zu sitzen, das Meer noch warm vom Tag, der Himmel langsam über den Hügeln verglühend. Man isst spät, ohne zu frieren, und der Tag will nicht enden.

Hochsommer und Nebensaison

Der Hochsommer garantiert Hitze, warmes Meer und ein lebendiges Küstenleben — ist aber am vollsten und teuersten. Auf der Ägäis hilft der Meltem über die heißesten Stunden; an der Lykischen Küste sucht man die Mittagshitze besser im Schatten oder auf dem Wasser. Weil viele Häuser nur eine Handvoll Zimmer haben, gilt gerade dann: früh buchen, sonst ist die Bucht schon vergeben.

Praktisch heißt das für den Sommer: Schatten suchen, eine Siesta in den heißen Mittagsstunden und die kühleren Tagesränder für Strand und Spaziergang nutzen — ein Rhythmus, den die Mittelmeerländer seit jeher pflegen.

Der Winter ist mild, aber feucht; das Meer kühlt ab, und die meisten kleinen Küstenhäuser schließen. Für einen Strandurlaub ist es nicht die Zeit — wohl aber für Istanbul oder das Landesinnere mit seinen antiken Stätten, die im Winter mildere, ruhigere Tage versprechen.

Wer mit Kindern reist, schätzt die geschützten lykischen Buchten besonders: flaches, ruhiges Wasser, kurze Wege, Schatten unter den Pinien. Die windigere Ägäis dagegen belohnt die Segler und alle, denen eine frische Brise lieber ist als die pure Hitze.

Mehr als Strand und Bucht

Wer mehr will als Strand, ist hier reich beschenkt: die Lykische Wanderroute über den Klippen, das Schmetterlingstal bei Ölüdeniz, die versunkene Stadt von Kekova, deren Mauern unter der Wasseroberfläche schimmern, und antike Stätten wie Xanthos und Letoon. Gerade an kühleren Abenden oder in den Übergangswochen sind sie eine wunderbare Ergänzung zum Meer.

Und das Boot gehört zu dieser Küste wie das Meer selbst: eine Tagestour zu den Zwölf Inseln, eine „Blaue Reise" auf einer Gulet von Bucht zu Bucht, ein Sprung ins tiefe Türkis fernab jeder Straße. Wer dennoch im Hochsommer kommt, findet auf dem Wasser die angenehmste Kühle — Baden, Schatten und Fahrtwind zugleich.

Wer die Küste mit Kultur verbinden möchte, hängt ein paar Tage Istanbul an — im Frühjahr oder Herbst am angenehmsten, wenn die Stadt weder unter der Sommerhitze noch unter dem Winterregen liegt.

Und über allem steht die türkische Tafel: ein langes Frühstück mit Oliven, Käse, Tomaten und warmem Brot, abends Meze in kleinen Schalen, frischer Fisch vom Grill, ein Glas Raki dazu. Die Küste schmeckt nach dem, was Garten und Meer gerade hergeben.

Übergangswochen an der Küste: die Hügel fallen grün ins Meer, das Wasser ist warm und der Andrang gering.

Welches Haus, welcher Monat

Die Villa Mahal bei Kalkan und das Yazz Collective in seiner Bucht bei Göcek genießt man über das ganze Sommerhalbjahr; im Hochsommer ist die Lykische Küste heiß, doch die Meeresplattform der Villa Mahal und der bootseigene Cove des Yazz spielen gerade dann ihre Stärken aus — am ruhigsten sind die Übergangswochen.

Das Beyaz Yunus über der Blauen Lagune von Ölüdeniz ist vom Frühjahr bis in den Herbst ein Traum; in den heißesten Wochen ist es unten an der Lagune belebt, in den Übergangswochen kehrt Ruhe ein. Das Karia Bel in seiner Bucht bei Bozburun, nur per Boot erreichbar, profitiert im Sommer vom Meltem, der die Nachmittage frisch hält.

Das Casa Nonna bei Bodrum folgt dem Takt der Stadt: über das ganze Sommerhalbjahr herrlich, im Hochsommer am lebendigsten, in den Übergangswochen am ruhigsten — wer beides verbinden will, kommt im Frühsommer oder im frühen Herbst.

Bei allen fünf Häusern läuft es auf dasselbe hinaus: Spätes Frühjahr und früher Herbst treffen es am sichersten, der Hochsommer gehört den Geselligen und den Familien in den geschützten Buchten, und der Winter ist die Zeit für Istanbul und das Landesinnere statt für den Strand.

Worauf es ankommt

Worauf es ankommt: Für die meisten sind das späte Frühjahr und der Herbst die beste Zeit für die türkische Küste — der frühe Herbst für das wärmste Meer bei nachlassender Hitze und dünnerem Andrang. Den Hochsommer wählt, wer garantierte Wärme und lebendiges Küstenleben sucht; der Winter gehört nicht den Stränden, denn die kleinen Häuser schließen.

Für die geschützten lykischen Buchten genügen leichte Sommersachen, für die windigeren Ägäis-Nachmittage um Bodrum und Bozburun lohnt eine dünne Lage. Und eines ist sicher: Wer einmal im frühen Herbst in einer stillen Bucht dieser Küste geschwommen ist, versteht, warum so viele genau dann wiederkommen.