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Beste Reisezeit für den Südpazifik

Drei Archipele, ein Rhythmus: Trockenzeit von Mai bis Oktober, Regen und Zyklone von November bis April. Warum Fidschi das höchste Risiko trägt, unsere Häuser dort aber auf der trockenen Seite liegen — und warum es auf einem Atoll weniger regnet als auf einer Insel mit Bergen.

Magazin·Beste Reisezeit für den Südpazifik

Die gute Nachricht zuerst: Der Südpazifik macht es einem leichter als Thailand. Zwischen Fidschi und den Tuamotus liegen dreitausend Kilometer und eine Datumsgrenze — und trotzdem atmen alle drei Archipele im selben Takt. Es gibt eine Trockenzeit und eine Regenzeit, und sie liegen überall zur selben Zeit.

Die Trockenzeit dauert etwa von Mai bis Oktober. Sie ist der australe Winter: weniger Feuchtigkeit, verlässlicher Sonnenschein, ruhige See, milde Nächte. Von November bis April kehrt sich das um — es wird heißer, schwüler, die Güsse werden kräftiger, und in diesen Monaten fällt auch die Zyklonsaison.

Damit wäre die Frage eigentlich beantwortet. Wäre da nicht das, was zwischen den drei Ländern passiert — und was in keinem Reiseführer steht, weil es dafür einen Blick auf die Landkarte braucht.

Ein Rhythmus, drei Archipele

Der Südpazifik liegt auf der Südhalbkugel, und das dreht den europäischen Kalender um. Wenn in Deutschland Hochsommer ist, ist auf Fidschi Winter — und genau dann ist es dort am schönsten. Juni, Juli und August bringen Tage um die achtundzwanzig Grad, kühlere Nächte, klare Luft und den Passat, der die Schwüle aus den Buchten treibt.

Umgekehrt gilt: Wer im europäischen Winter dorthin will — also genau dann, wenn die Sehnsucht am größten ist —, reist in die Regenzeit. Das ist kein Ausschlussgrund, aber es ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte. Weiter unten steht, was sie bedeutet.

Die Wassertemperatur spielt in dieser Rechnung übrigens keine Rolle. Sie liegt das ganze Jahr über zwischen fünfundzwanzig und neunundzwanzig Grad. Man geht hier nie in kaltes Wasser — die Frage ist nur, was über einem passiert, während man drin ist.

Platzhalter — Lagune in der Trockenzeit
In der Trockenzeit von Mai bis Oktober liegt die See still: Erst dann finden die Lagunenfahrten, das Schnorcheln und die Fahrten zwischen den Motus verlässlich statt.

Fidschi: das höchste Risiko — und die trockene Seite

Von den drei Ländern trägt Fidschi das größte Zyklonrisiko. Die Saison läuft offiziell vom 1. November bis zum 30. April, mit der Spitze zwischen Januar und März, und im Durchschnitt ziehen zwei bis drei tropische Zyklone pro Saison durch die Region. Das ist deutlich mehr als bei den Nachbarn im Osten.

Aber es gibt einen zweiten Satz, der genauso wahr ist und fast nie mitgesagt wird: Ein direkter Treffer auf ein bestimmtes Haus in einer bestimmten Woche ist selten. Die Wettervorhersage gibt fünf bis sieben Tage Vorlauf, die Häuser sind darauf eingespielt, und die allermeisten Aufenthalte in der Regenzeit erleben nichts Schlimmeres als kräftigen Nachmittagsregen.

Und dann ist da noch die Sache mit der Himmelsrichtung. Fidschis Hauptinsel hat eine nasse und eine trockene Seite: Im Osten, um Suva, fällt fast doppelt so viel Regen wie im Westen um Nadi. Der Passat regnet sich an den Bergen ab, bevor er die Leeseite erreicht. Genau dort, im trockenen Westen, liegen die Mamanuca-Inseln — und damit beide Häuser, die wir für Fidschi ausgewählt haben.

Das ist kein Zufall der Kuration, sondern ihre Konsequenz. Wer nach Fidschi reist und die Sonne sucht, sucht sie im Westen.

Die Cookinseln: kühler, trockener, und sehr viel leerer

Die Cookinseln sind das Ziel, das in kaum einer Liste steht — und klimatisch ein Glücksfall. Die Trockenzeit von Mai bis Oktober bringt hier besonders wenig Regen, die Luft ist trocken, und die Abende sind kühl genug, dass man auf der Veranda tatsächlich eine leichte Jacke braucht. Für Mitteleuropäer ist das kein Nachteil, sondern eine Erholung.

Aitutakis Lagune lebt vom ruhigen Wasser, und ruhig ist es in der Trockenzeit. Die Lagunenfahrt zwischen den Motus, das Waten von einer Insel zur nächsten, das Schnorcheln über den Riffkanten — all das braucht eine See, die nicht steht, sondern liegt. Von Mai bis Oktober tut sie das fast immer.

Zwischen Juli und Oktober ziehen Buckelwale durch die Gewässer des Südpazifiks auf ihrem Weg in die antarktischen Futtergründe. Man sieht sie von der Küste aus, manchmal vom Boot, und es ist der Moment, in dem einem die Größe dieses Ozeans zum ersten Mal wirklich aufgeht.

Das Zyklonrisiko liegt hier niedriger als in Fidschi, aber es ist nicht null. Auch die Cookinseln haben ihre Saison von November bis April.

Französisch-Polynesien: warum es auf dem Atoll weniger regnet

Hier wird es interessant — und hier liegt der Satz, den wir in keinem deutschen Reisetext gefunden haben.

Die Trockenzeit beginnt in Französisch-Polynesien etwas früher, etwa im April, und läuft bis Oktober. Juli ist der trockenste Monat, August und September gelten als die verlässlichsten. In der Regenzeit dagegen fallen auf den Gesellschaftsinseln — also auf Tahiti, Bora Bora, Taha'a — im Dezember und Januar über zweihundertfünfzig Millimeter Niederschlag im Monat. Das ist eine Menge.

Nur: Das gilt nicht überall. Denn Regen entsteht in den Tropen vor allem dann, wenn feuchte Luft an einem Berg aufsteigen muss und dabei abkühlt. Die Gesellschaftsinseln haben Berge — Tahiti hat sogar sehr hohe. Die Tuamotus haben keine. Sie sind Atolle, flache Korallenkränze ohne jedes Relief, und über ihnen steigt nichts auf. Also regnet es dort deutlich weniger.

Das heißt: Tikehau, unser Haus auf dem Atoll, ist klimatisch der trockenere Ort als Taha'a, unser Haus auf der hohen Insel. Der Unterschied, der die beiden Porträts trägt, ist derselbe, der ihr Wetter macht.

Zwei Termine lohnen die Planung: Die Mantarochen versammeln sich an ihrer Putzstation vor Tikehau vor allem zwischen Juni und Oktober. Und im Juli feiert Tahiti das Heiva — wochenlange Tanz- und Gesangswettbewerbe, das größte Fest Polynesiens.

Die Schultermonate

Wie fast überall liegt der klügste Zug in den Rändern. Mai und Oktober bringen bereits oder noch die Verlässlichkeit der Trockenzeit — aber ohne die Preise und die Belegung der Hochsaison. April ist in Französisch-Polynesien meist schon trocken, während Fidschi noch Restfeuchte trägt.

Denn die Hochsaison hat hier einen Grund, den Europäer selten mitdenken: Juni, Juli und August sind Winterferien in Australien und Neuseeland, und von dort kommt der größte Teil der Gäste. Die Häuser sind dann voll und teuer, obwohl in Europa gerade Sommer ist.

Und noch ein Termin, der überrascht: Dezember und Januar sind australische Sommerferien. Die Häuser füllen sich also ausgerechnet in den Monaten, in denen das Wetter am schlechtesten und das Zyklonrisiko am höchsten ist. Wer in dieser Zeit reist, zahlt viel und bekommt wenig Verlässlichkeit — die einzige Kombination in diesem Text, von der wir aktiv abraten.

Die Regenzeit, ehrlich betrachtet

Nun ist die Regenzeit kein verlorenes Halbjahr. Die Preise fallen um dreißig bis fünfzig Prozent, die Inseln stehen im satten Grün, die Lagunen leuchten zwischen den Güssen in Farben, für die Fotografen extra anreisen. Der Regen kommt meist nachmittags oder abends, in kräftigen Schüben, und danach reißt der Himmel wieder auf.

Wer in diesen Monaten reisen will, sollte drei Dinge tun. Erstens: nichts Unstornierbares buchen, vor allem nicht zwischen Dezember und März. Zweitens: eine Reiseversicherung abschließen, die Wetterstörungen abdeckt. Drittens: den Reiseplan etwas locker halten — ein Tag Puffer vor dem Rückflug hat schon viele Nerven gerettet.

Wer das tut, bekommt die Inseln fast für sich. Und ein Zyklon ist selten, aber wenn er kommt, ist er kein Reisewetter, sondern eine Naturgewalt — es lohnt nicht, das zu beschönigen.

Wann für wen

Für die verlässlichste Woche Ihres Lebens reisen Sie zwischen Juni und September — klare Luft, ruhige See, jede Bootsfahrt findet statt. Sie teilen die Inseln dann mit Australiern und Neuseeländern im Winterurlaub und zahlen den vollen Preis. Es ist die sichere Wahl, und sie ist es wert.

Für den besten Ausgleich aus Wetter, Ruhe und Preis nehmen Sie Mai oder Oktober. Beide Monate liegen im Trockenen, beide vor beziehungsweise nach dem Andrang. Wenn wir für uns selbst buchen würden, würden wir hier buchen.

Für Mantarochen und Wale planen Sie zwischen Juni und Oktober — die eine Saison in Tikehau, die andere im ganzen Südpazifik.

Und wenn Ihre Wochen im europäischen Winter liegen? Dann fahren Sie in die Regenzeit, und Sie sollten es wissen. Wer flexibel bucht, versichert reist und Regen als Teil der Tropen begreift, bekommt leere Inseln zu halben Preisen. Wer Verlässlichkeit braucht, verschiebt lieber — der Südpazifik läuft nicht weg.

Kurz gesagt

Der Südpazifik hat eine beste Reisezeit, und sie ist erfreulich einfach: Mai bis Oktober. Trocken, mild, ruhige See, in allen drei Ländern gleichzeitig. Die Ränder — Mai und Oktober — sind der beste Kompromiss aus Wetter und Preis; der Kern von Juni bis September ist die sicherste, aber auch teuerste Zeit.

Von November bis April regnet es, und es ist Zyklonsaison. Fidschi trägt davon das meiste, die Tuamotus am wenigsten — weil dort keine Berge stehen, an denen sich der Regen abladen könnte. Man kann in diesen Monaten sehr gut reisen, wenn man flexibel bucht und versichert ist. Nur eines sollte man nicht tun: im Dezember oder Januar zum vollen Preis eine unstornierbare Woche buchen. Das ist die einzige Kombination, die alle Nachteile vereint und keinen Vorteil hat.