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Beste Reisezeit für die Philippinen

Die Philippinen haben nicht eine beste Zeit, sondern viele — der Archipel läuft auf mehreren Uhren. Wann Palawan, wo die meisten unserer Häuser liegen, am klarsten und ruhigsten ist, und warum der pazifische Osten die Uhr umdreht.

Magazin·Beste Reisezeit für die Philippinen

Die ehrlichste Antwort vorweg: „Beste Reisezeit für die Philippinen“ ist eigentlich die falsche Frage. Denn dieser Archipel aus mehr als siebentausend Inseln kennt nicht ein Klima, sondern mehrere — und welche Zeit die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wohin Sie wollen. Wer das versteht, findet fast das ganze Jahr über irgendwo im Land bestes Wetter.

Über allem stehen zwei Winde. Von etwa November bis Mai weht der Amihan, der Nordost-Monsun: kühlere Luft, trockene Tage, klare Sicht und eine ruhige See. Von Juni bis Oktober übernimmt der Habagat, der Südwest-Monsun, und bringt Regen, Wind und ein bewegteres Meer — dazu die Taifunzeit, die von Juni bis November vor allem den Norden und den pazifischen Osten trifft. So weit die große Faustregel. Doch nicht jede Insel folgt demselben Kalender.

Unsere Häuser liegen weit verstreut: die meisten auf Palawan im Westen, dazu eines auf Siargao im pazifischen Osten und eines auf Bohol in den Visayas. Sie teilen nicht eine beste Zeit — im Gegenteil. Hier ist die verlässliche Regel je Region, dazu die ehrlichen Wenns und Abers, die über den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Aufenthalt entscheiden.

Mehrere Uhren, ein Archipel

Der Schlüssel zu den Philippinen ist, dass die Inseln nicht im Gleichtakt ticken. Der Westen und der Osten des Landes erleben ihre schönste Zeit fast gegenläufig: Wenn Palawan in der klaren, ruhigen Trockenzeit liegt, kann der pazifische Osten nass sein — und umgekehrt. Es ist derselbe Grund, aus dem Reisende, die zu viele Inseln in einen Trip packen, fast zwangsläufig irgendwo in die Regenzeit geraten.

Für die Trockenzeit spricht fast alles, was man sich von einer Inselreise erhofft: offener Himmel, ein Meer in allen Blau- und Grüntönen, verlässliche Bootstouren. Die Regenzeit hat ihre eigene, leisere Schönheit — ein sattes Grün, volle Wasserfälle, leere Strände und freundlichere Preise —, verlangt aber Gelassenheit gegenüber Wind, Welle und dem einen oder anderen verschobenen Boot. Welche Hälfte des Jahres für Sie zählt, entscheidet sich also nach der Insel.

Palawan in der Trockenzeit: ein spiegelglattes Meer in unwirklichem Türkis, dahinter die bewaldeten Kalksteinfelsen der Bucht von Bacuit.

Palawan: der verlässliche Westen

Für El Nido und Coron, wo die meisten unserer Häuser liegen, gilt eine klare Regel: Die Trockenzeit reicht etwa von Dezember bis Mai, und ihr Herz — die Monate von Dezember bis März — ist die verlässlichste, schönste Zeit überhaupt. Dann liegt die See ruhig, das Licht ist klar, die Lagunen der Bucht von Bacuit spiegeln den Himmel, und die berühmten Bootstouren fallen so gut wie nie ins Wasser. Auch die versunkenen Wracks vor Coron zeigen sich jetzt am klarsten.

Ein stiller Vorzug macht Palawan dabei besonders: Anders als der Großteil des Archipels liegt die Insel weitgehend außerhalb des Taifun-Gürtels. Während andernorts die großen Stürme über den Pazifik ziehen, bleibt der Westen Palawans vergleichsweise geschützt — kein absoluter Freibrief, aber ein spürbarer Unterschied, der die Trockenzeit hier zusätzlich verlässlich macht.

April und Mai sind die trockensten und zugleich heißesten Wochen; die Temperaturen klettern in die Mitte der Dreißiger, das Meer bleibt herrlich, doch an Land macht dann ein Pool oder die Nähe zum Wasser den Unterschied. Von Juni bis Oktober bringt der Habagat den Regen — am dichtesten im August —, und die See wird rauer; September und Oktober sind für Bootstouren am wenigsten verlässlich.

Der Osten dreht die Uhr

Wer von Palawan nach Siargao weiterdenkt, muss den Kalender umdrehen. Die Surf-Insel im pazifischen Osten hat kaum eine ausgeprägte Trockenzeit; ihre freundlichsten, ruhigsten Wochen liegen ungefähr zwischen Mai und Oktober, und der meiste Regen fällt erst spät im Jahr. Ein Aufenthalt im Barfuß-Luxus über den Mangroven will hier also andere Monate als eine Reise nach El Nido.

Und dann sind da die Wellen. Die legendären Brecher von Cloud 9 leben vom Habagat und den Grundsee-Swells der Taifunzeit — die große Surf-Saison reicht von August bis November, also genau in jene Wochen, in denen Palawan nass ist. Wer die berühmten Wellen sucht, reist gegen den westlichen Kalender.

Dazwischen liegen die Visayas, und mit ihnen Bohol: die Trockenzeit von Dezember bis Mai, doch gleichmäßiger grün als der ausgesprochene Westen. Unser Haus an Bohols stiller Ostküste zeigt sich in der Trockenzeit von seiner ruhigsten Seite, wenn die See flach liegt und das Tauchen vor der eigenen Bucht am schönsten ist.

Die andere Uhr: Siargaos Kokospalmenwälder im pazifischen Osten — grün und satt, wenn Palawan im Regen liegt.

Was die Jahreszeit am Wasser macht

Wer wegen des Meeres kommt — zum Schnorcheln, Tauchen, Inselhüpfen —, für den entscheidet die Saison fast alles. In der Amihan-Trockenzeit, etwa von Dezember bis April, liegt die See still und klar: die Sicht unter Wasser weit, die Boote fahren verlässlich, die Lagunen glatt. Die Wracks von Coron stehen zwischen Dezember und März in ihrem besten Licht.

Im Habagat kehrt sich das um. Wind und Welle trüben das Wasser, und an rauen Tagen werden Touren kurzfristig abgesagt — in Palawan am ausgeprägtesten im September und Oktober. Vieles bleibt möglich, doch Verlässlichkeit sieht anders aus. Daraus folgt eine einfache Regel: Wer das offene Meer und die Riffe zur Hauptbühne seiner Reise macht, plant sie in die trockenen Monate der jeweiligen Insel.

Die Anreise gehört dazu

Fast immer beginnt sie in Manila oder Cebu. Von dort geht es weiter auf die Inseln: nach El Nido über dessen eigenen kleinen Flughafen, nach Coron über Busuanga, nach Siargao über Sayak, nach Bohol über Panglao — und die letzte Etappe ist oft eine Bootsfahrt, die den Ankommenden schon aufs Wasser einstimmt.

Ein praktischer Gedanke für die Regenzeit: Bootsverbindungen und kleine Flüge hängen am Wetter, und ein Transfer kann sich bei rauer See oder einem Sturm einmal verschieben. Wer mit etwas Puffer plant, besonders bei knappen Anschlüssen, nimmt der Sache jede Hektik.

Die Schultermonate

Für Palawan liegt der klügste Zug oft in den Rändern der Trockenzeit. Der November — kaum ist der Habagat abgeklungen — zählt zu den am meisten unterschätzten Wochen des Jahres: Das trockene Wetter kehrt zurück, doch die Boote sind noch nicht voll und die Preise noch nicht oben; die zweite Novemberhälfte ist häufig schon großartig. Auch der Mai, ehe der Monsun zurückkommt, bringt noch stabiles Wetter — bei spürbar mehr Hitze, sodass ein Pool oder das Meer den Unterschied macht.

Das Herz der Trockenzeit füllt sich dafür schnell: Rund um Weihnachten und Neujahr, zum chinesischen Neujahr (Ende Januar bis Mitte Februar) und in der Karwoche (März oder April) sind die schönsten Häuser früh vergeben. Wer in diesen Wochen reisen will, bucht lange im Voraus.

Wann für wen

Für verlässliches Strandwetter, ruhige See und die volle Bandbreite an Lagunen und Bootstouren reisen Sie nach Palawan in der trockenen Amihan-Saison — am sichersten von Dezember bis März, wohlwissend, dass der tiefe Winter die vollste und teuerste Zeit ist. Wer frei planen kann, findet in den Schulterwochen im November und Mai den besten Ausgleich aus Wetter, Ruhe und Preis.

Für Siargao und den pazifischen Osten drehen Sie den Kalender: Die freundlichste, trockenste Strecke liegt zwischen Mai und Oktober; wer die großen Wellen sucht, kommt von August bis November.

Und wenn Ihre Wochen ausgerechnet in Palawans Monsun fallen, Sie aber Sonne wollen? Dann liegt die Antwort oft nur eine Inselgruppe weiter. Der Archipel ist groß genug, dass fast immer irgendwo Trockenzeit herrscht — ein Tausch der Himmelsrichtung, kein Verzicht.

Kurz gesagt

Die Philippinen kennen keine einzige beste Reisezeit, sondern viele — verteilt über einen Archipel, der auf mehreren Uhren läuft. Für Palawan, wo die meisten unserer Häuser liegen, ist die verlässlichste Zeit der trockene Amihan-Winter, etwa von Dezember bis Mai, mit dem Herzstück von Dezember bis März; November und Mai schenken dieselbe Ruhe zu freundlicheren Preisen, und Palawans Lage außerhalb des Taifun-Gürtels ist ein stiller Luxus für sich.

Der pazifische Osten hält seinen eigenen Kalender — Siargao ist am schönsten, wenn Palawan nass wird. Am Ende ist die beste Reisezeit für die Philippinen weniger ein Monat als eine Frage des Zusammenspiels: die richtige Insel zur richtigen Zeit.