Praiano · Amalfiküste
Casa Angelina
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Ein lichtes, modernes Haus hoch über Praiano an der Amalfiküste — am schönsten im Frühling und frühen Herbst, fern vom August-Andrang.
Magazin · Reisezeit
Italiens Küste ist nicht ein Ort, sondern viele — die senkrechte Amalfiküste, das türkise Sardinien, das weiße Apulien, das barocke Sizilien. Die Frage nach der besten Zeit ist in Wahrheit eine Frage nach der Region. Wann welche Küste am schönsten ist — und warum der August seine eigene Geschichte erzählt.
„Wann ist die beste Zeit für Italien?" — die Frage führt ein wenig in die Irre, denn Italien hat nicht eine Küste, sondern viele, und jede trägt ihren eigenen Charakter. Die senkrechte, terrassierte Amalfiküste; das granitene, türkise Sardinien; das weiß getünchte Apulien mit seinen Masserien; das barocke, sonnendurchglühte Sizilien. Die bessere Frage lautet: welche Küste — und wann?
Im Großen teilen sie denselben mediterranen Takt: heiße, trockene Sommer, milde Winter, ein Meer, das sich über den Sommer aufwärmt und bis weit in den Herbst warm bleibt. Für fast alle gilt dieselbe Faustregel — das späte Frühjahr und der frühe Herbst sind die schönsten Wochen, der Hochsommer ist heiß, voll und teuer. Doch im Detail trennt die Regionen mehr, als ihre gemeinsame Sonne vermuten lässt.
Unsere italienischen Häuser zeichnen diese vier Welten nach: an der Amalfiküste das Monastero Santa Rosa und das Casa Angelina, auf Sardinien die Petra Segreta und das Hotel Pitrizza, in Apulien die Masseria Cervarolo und die Masseria Torre Maizza, auf Sizilien das Il San Corrado di Noto und die Dimora delle Balze. Für jede Region gilt ihr eigener Rhythmus — und ringsum ein paar Eigenheiten, die man kennen sollte.
Die Amalfiküste ist die senkrechteste und dramatischste: Dörfer, die sich an steile Hänge klammern, Zitronengärten in Terrassen, kaum ein flacher Strand, dafür Treppen ohne Ende. Sie ist im Frühling am betörendsten, wenn die Hänge blühen und das Licht klar ist; im Hochsommer wird sie heiß und sehr voll, und die schmalen Straßen geraten an ihre Grenze.
Sardinien ist die Insel des türkisen Wassers: granitene Buchten, heller Sand, ein Meer, das an die Karibik erinnert. Die Costa Smeralda im Nordosten ist die mondäne Seite, mit Jachten, später Tafel und einem Hochsommer, der das internationale Publikum anzieht; im Frühsommer und frühen Herbst ist dasselbe Wasser still und das Licht weicher. Über die heißen Monate weht oft der Maestrale, der die Luft trocken und klar hält.
Apulien, der Absatz des Stiefels, ist flacher, weiter, ländlicher: weiß getünchte Städtchen, uralte Olivenhaine, Masserien als befestigte Gutshöfe, dazu zwei Meere — die Adria im Osten, das Ionische im Süden. Die Saison ist lang und der Sommer heiß; im August reisen die Italiener selbst hierher, und die bekannten Küstenorte füllen sich. Sizilien schließlich ist groß und vielfältig, im Sommer von der heißen Hand des Scirocco gestreift; seine Saison reicht weit in den Herbst, und das barocke Hinterland des Val di Noto ist ein eigenes Ziel.
Sizilien verdient dabei eine eigene Erwähnung, denn die Insel hat so viele Facetten wie das Festland: barocke Städte im Südosten, Strände am Ionischen Meer, der Ätna im Hintergrund. Die Sommer sind lang und glühend heiß, die Übergangsmonate mild, und das Meer hält die Wärme oft bis tief in den Oktober — eine der längsten Badesaisons Italiens.
Über alle vier Regionen legt sich derselbe große Rhythmus: ein Frühling, in dem die Landschaft grün ist und das Meer noch frisch; ein heißer, trockener Hochsommer; ein langer, milder Herbst, in dem das Wasser die Sommerwärme hält; und ein feuchter, sanfter Winter, in dem viele Küstenhäuser schließen. Wer schwimmen will, zielt auf den Sommer und frühen Herbst; wer wandern, blühende Hänge und barocke Städte sucht, auf den Frühling.
Die Unterschiede liegen im Wind und im Andrang. Auf Sardinien bringt der Maestrale Frische und manchmal Wellen; auf Sizilien drückt der Scirocco aus Afrika gelegentlich Hitze und Saharastaub heran; an der Amalfiküste staut sich die Sommerhitze in den engen, steilen Gassen. Und über allem steht ein Datum, das den ganzen italienischen Kalender prägt.
Der italienische Sommer hat seinen eigenen Klang und Geruch: Zikaden in den Pinien, der Duft von Harz und reifen Feigen, die Mittagsstille hinter geschlossenen Läden, das Klappern der Teller, wenn die Tafel am Abend wieder beginnt. Es ist ein Rhythmus, dem man sich überlässt, statt ihn zu planen.
Dieses Datum ist der Ferragosto, das Fest Mitte August. Um ihn herum macht halb Italien Urlaub, und die Küsten erleben ihren dichtesten Andrang des Jahres. Die Strände sind voll, die Straßen verstopft, die Preise auf ihrem Höchststand, und bekannte Orte wie Positano oder die Costa Smeralda zeigen sich von ihrer lautesten Seite.
Das ist nicht per se schlecht — wer das Leben, die Feste und das südliche Sommertreiben sucht, findet es genau dann. Aber wer Ruhe, Platz am Strand und bezahlbare Häuser möchte, plant um den Ferragosto herum: die Wochen davor und, noch besser, die Zeit danach, wenn das Meer am wärmsten ist und der Trubel abebbt.
Der frühe Herbst ist für viele die stille Krönung des italienischen Jahres: das Wasser warm, die Hitze gebrochen, die Strände wieder weit, die Weinlese im Gange und über allem ein goldenes, langes Licht. Auch das späte Frühjahr hat diesen Reiz, mit blühenden Hängen und einer Küste, die gerade erst erwacht.
Der Unterschied lässt sich fast hören: Im August knattern die Roller durch die Gassen und die Strandbars sind bis spät voll; in den Wochen danach kehrt eine Ruhe ein, in der man die Glocken, das Meer und das eigene Glas auf der Terrasse wieder wahrnimmt. Dieselbe Küste, zwei völlig verschiedene Erlebnisse.
Italiens Küsten sind selten nur Strand. An der Amalfiküste lohnt der Sentiero degli Dei, der „Pfad der Götter" hoch über dem Meer, am schönsten im kühleren Frühjahr und Herbst; dazu Ravello mit seinen Gärten und die Zitronenterrassen, die im Frühjahr duften.
In Apulien gehört das Hinterland zum Bild: die weißen Gassen von Ostuni, die Trulli des Valle d'Itria, endlose Olivenhaine und Masserien, in denen Öl und Burrata vom eigenen Hof kommen. Auf Sizilien ist es das barocke Val di Noto, dessen honigfarbene Städte zum UNESCO-Erbe zählen — ein Ziel, das vom Strand unabhängig ist und gerade in der Nebensaison glänzt.
Und Sardinien ruft aufs Wasser: eine Bootsfahrt in den Archipel von La Maddalena, das Ankern über hellem Sand, ein Sprung ins Türkis fernab jeder Straße. Selbst im heißen August findet man so die kühlste, stillste Stunde des Tages — auf dem Meer.
Und überall folgt die Küche der Jahreszeit: im Frühsommer die ersten Tomaten und der Fisch des Tages, im Herbst Trauben, Feigen und frisches Öl, dazu die sagre, jene Dorffeste, die ein Gericht oder eine Ernte feiern. Wer dem Kalender der Tafel folgt, reist Italien am tiefsten.
An der Amalfiküste sind das Monastero Santa Rosa über Conca dei Marini und das Casa Angelina in Praiano Häuser für das späte Frühjahr bis in den frühen Herbst; im Hochsommer ist die Küste heiß und voll, in den Übergangswochen kehrt die Ruhe zurück, für die man eigentlich kommt.
Auf Sardinien genießt man die Petra Segreta bei San Pantaleo und das Hotel Pitrizza an der Costa Smeralda über das ganze Sommerhalbjahr; der Hochsommer bringt das mondäne Treiben und das wärmste Wasser, die Wochen davor und danach die stilleren Buchten und das weichere Licht.
In Apulien sind die Masseria Cervarolo bei Ostuni und die Masseria Torre Maizza bei Savelletri für die lange Saison von Frühjahr bis Herbst gemacht; das Land ist dann grün oder golden, die Olivenernte fällt in den Herbst, und nur der Ferragosto bringt für ein paar Tage Trubel an die Küste.
Auf Sizilien schließlich zeigen sich das Il San Corrado di Noto und die Dimora delle Balze im Val di Noto von ihrer schönsten Seite, wenn die Hitze des Hochsommers gebrochen ist — im späten Frühjahr und im langen, milden Herbst, wenn der Barock von Noto in goldenem Licht steht und die Strände der Umgebung wieder Platz bieten.
Über alle vier Regionen hinweg gilt im Kern dasselbe: Spätes Frühjahr und früher Herbst sind die sichersten Treffer, der Hochsommer gehört den Geselligen rund um den Ferragosto, und der Winter ist die Zeit für Städte, Barock und Hinterland statt für den Strand.
Die kurze Antwort: Für fast ganz Italien sind das späte Frühjahr und der frühe Herbst die beste Zeit — warmes Meer, gebrochene Hitze, Platz und Licht. Den Hochsommer wählt, wer das südliche Sommerleben sucht und den Ferragosto bewusst einplant; den Winter, wer die Städte und das Hinterland dem Strand vorzieht. Welche der vier Küsten es wird, entscheidet eher das Wesen als der Kalender.
Ein Rat zum Schluss: An der Amalfiküste und auf den Inseln lohnt der Mietwagen oft weniger als ein Boot oder die Bahn, und überall im Süden gehört eine leichte Lage für die kühleren Abende ins Gepäck. Dann zeigt sich Italien so, wie man es im Kopf hat — nur ohne das Gedränge, das die Bilder so oft verschweigen.